Die letzten 3 Tage vor Abflug

 

Meine Schwester Annette kommt um mir zu helfen, die stark benutzte Wohnung in den Zustand einer angenehmen Neutralität zur Untervermietung zu versetzen. Khema mein Hund ist läufig, haart wie Harry und hat sich ein totes Kaninchen ins Fell gescheuert. Ihre Spuren sind überall. Während Annette sich auf die Böden und Fenster stürzt widme ich mich der Sortierung meiner Lehr- und Studien Skripte,

was geht mit nach Nepal und was bleibt vorerst in Düsseldorf.

Vodafone ärgert mich, die wollen mich nicht aus dem Vertrag rauslassen. Wenn es so schwierig wäre da rein zu kommen wie raus, wäre Vodafone pleite und das wäre auch nicht verkehrt. Schnell in Köln 4 Speditionskisten besorgen und der letzte Schuhkauf bei Globetrotter. Einige Möbel zur Schwägerin fahren und die Flipchart zu Yamuna dabei eben noch einen kleinen Autounfall gebaut mit dem Auto das bereits verkauft ist. Die letzten Besorgungen in der Apotheke und schnell noch eine Cholera Impfung – puhh jetzt bin ich Impfmüde. In 2 Monaten Hepatitis, Tollwut, Polio, Cholera – es reicht. Bei Brigitte die Postvollmacht vorbeibringen und den Nachsendeantrag abgeben, bei der Bank auf online Banking umstellen und den elektronischen Kontoauszug einschalten.

Die Wohnung ist ein Chaos das systematisch gesäubert wird, der Speicher dagegen immer sortierter, da hier alles reingestopft wird was nicht in der neutralen Wohnung sein soll. Mit Verena an der Zulassungsstelle treffen und das Auto übergeben, Christoph kommt mit dem Untermietvertrag und nimmt die Schlüssel, Salim begleicht noch alte Schulden so das dass Portmonaie voll ist, Khema bei Tasso, dem Ordnungsamt und der Versicherung auf Emilie überschreiben, die Waschmaschine läuft ununterbrochen, alle Hundedecken, Matratzenschoner und anderes will noch trocknen, die Wohnung bei den Stadtwerken ummelden, die Aufgaben an wunderbare Freunde verteilen und alle vernetzen, dann das packen dieser großen Kisten. Als Stopfmaterial dienen die Yogamatten und Blöcke, ob der Drucker heile in Kathmandu ankommt? Hab ich zu allen elektronischen Geräten die Gebrauchsanweisung dabei? 3 externe Festplatten, ein Ipod, Rechner, Drucker, Kameras, USB Sticks, Handy usw. Wie blöd das ich in ein Land ziehe in dem es kaum Strom gibt, eigentlich brauche ich auch die dreifach Stecker nicht. Josef kommt vorbei und bringt noch einen eingelagerten Tisch, Rudolf kommt vorbei und holt den anderen Tisch ab, Martina bringt als Geschenk für Nepal Kresse Samen vorbei, beim Japaner Algen und Miso kaufen und die letzte Beratung beim Frisör wie ich mir die Haare selber schneide und färbe. Morgens in einem Rutsch die drei Kisten gepackt die per Air Cargo nach Kathmandu fliegen und in drei Wochen dort ankommen sollen, da ich zuerst mit einer Gruppe in Indien bin und dann von Delhi aus nach Kathmandu fliege. Immer wieder Telefonate mit der Spedition was darf mit und was nicht. 100 kg sind jetzt unterwegs. Bin halt ein Stierchen und liebe meinen Hausrat, auch wenn es lästig ist. Ich habe keine Zeit zu wissen wie es mir geht, keine Zeit für Freude oder Trauer, nur abarbeiten. Schnell noch den Steuerabschluss von 2010 und die Rentenversicherung will auch noch was von mir. Ausgerechnet jetzt fragt mich die blöde GEZ warum ich keine Glotze habe.

Ach ja, ich leite gleich eine Gruppe, was muss ich eigentlich für Indien mitnehmen? Mein Bruder, der sonst nie in Düsseldorf auftaucht lädt uns zum Japaner zum essen ein. Auf den letzten Seiten gehen dem Drucker die Patronen aus und das Ticket ist noch nicht gedruckt, auch nicht der Reiseplan für die Indien Reise.

Zur Zeit habe ich zwei Pässe und ich habe gehofft auf diese Weise zwei mal ein Touristenvisum zu je 5 Monaten für Nepal zu bekommen, dann wäre ich vorerst fein raus gewesen. Der vorläufige Pass ist aber nicht mehr lange genug gültig und so werde ich die Visumsfrage die ein ständiges Thema bei den Menschen ist die dort leben schon im Herbst am Bein haben. Nun ja, vielleicht kennt der nepalische Konsul da einen Weg.

Abflug auf die letzte Minute, in Delhi angekommen (ich bin einen Tag vor der Gruppe da) 20 Stunden schlafen und heulen im Wechsel. Jetzt zwei Tage später in Varanasi, bei angenehmen 25 Grad ist alles gut.

Ohne die Hilfe meiner wunderbaren Schwester hätte ich das alles nicht geschafft. Die Hilfe, Unterstützung und Anteilnahme meiner wunderbaren Freunde gaben mir das Gefühl von Geborgenheit, Schutz, Halt und Verbundenheit – dafür danke ich euch allen sehr!

 

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