Neue Wege hat ein Interview mit mir geführt


"Seit meiner Jugend lebe ich mit und für die Malerei, den Yoga und die buddhistische Meditation."
 In einem Interview mit NEUE WEGE erzählt Yogalehrerin und Reiseleiterin Minka Hauschild was sich in Ihrem Leben durch Yoga und Meditation verändert hat. Sie dürfen gespannt sein, worauf sie sich bei Ihren Reisen nach Indien, Nepal und Tibet besonders freut...

 

Liebe Minka,
deine erste Begegnung mit Yoga hattest du in deiner Pubertät. In welcher Art und Weise hat dich die Yogapraxis geprägt und was fasziniert dich an ihr besonders?

 

Yoga, Meditation, Malerei, alles begann ungefähr zur gleichen Zeit als ich 15 Jahre alt war. In meiner frühen Jugend war ich Kunstturnerin, wegen Rückenschmerzen musste ich den Sport aufgeben, das machte die Pubertät schwierig. Meine Mutter nahm mich in den ersten Yogakurs mit, der in unserem Dorf bei Neuwied am Rhein angeboten wurde. Ich erinnere mich noch an die erste Seitwärtsdehnung in der wir mehrere Minuten verweilten, zu dieser Zeit war der Yoga noch sehr langsam, Yin-Style. Das Gefühl, wie der Atem in die Flanken strömt und meinen Geist dorthin mitnimmt, alles von mir war in meiner geöffneten Flanke. Es war fremd, vertraut und wunderbar meine Rippen von innen zu spüren. Ich fand es schwierig die Asanas lange zu halten, es regte sich Wiederstand der sich jedoch einfach auflöste indem ich sanft in der Haltung blieb. So geht das also mit den Emotionen. Sie kommen, machen die Welle und verschwinden wieder – das war mir neu, noch nie hatte ich Sie beobachtet. Nach der Session spürte ich ein Gefühl von Anwesenheit und Stille, auch das kannte ich so noch nicht. Der Yoga tat meinem Körper und meiner zarten Seele so gut, dass ich ihn fest in meinem Leben halten wollte, also musste ich Yogalehrerin werden, um davon zu leben. Das hat geklappt.

Die frühen Yogakongresse der europäischen Yogaunion in Zinal waren zu der Zeit sehr bekannt. Dort lernte ich viel, noch vor dem Abitur. Obwohl ich später vom Iyengar-Yoga sehr geprägt wurde und den Einsatz von Hilfsmitteln schätze, braucht es im Zweifelsfall noch nicht einmal eine Matte, um überall zu üben, denn auch den Geist zu drehen und zu wenden ist Yoga und hilft aus jeder schwierigen Situation das Beste zu machen. Yoga ist ein Segen in jeder Lebensphase. Nun bin ich 55 Jahre alt und mich fasziniert bis heute die komplexe Verbindung von Körper und Geist sowie die vielen Möglichkeiten des Yoga, uns immer wieder zu regulieren, stimulieren, regenerieren und stärken.

 

Seit deiner Jugend ist das Malen ein Teil deines Lebens. Wie kamst du zur Malerei?

 

Als Weihnachtsgeschenk kam ein Ölmalkasten, Pinsel und Leinwand. Mit diesem Set versank ich Tag um Tag jenseits von Zeit und Raum. Daraufhin studierte ich an der berühmten Kunstakademie Düsseldorf Malerei und absolvierte die Yogalehrausbildung im BDY bei Anna Trökes. Nachts bin ich Taxi gefahren, in den Pausen habe ich im Ratinger Hof abgerockt, dort begannen gerade die Toten Hosen. Es war die wilde und bewegte Zeit des Punk in den 80gern. Die Kunstakademie züchtete eine „Kunstelite“, eine gute und harte Lebensschule, aber sehr neurotisch. Was ist Kunst und wie kann man das lernen? Ich wollte einfach eine gute Malerin werden. Die Yoga Ausbildung und die Meditation haben mich stabilisiert, sonst wäre ich untergegangen, denn ich habe ja auch diese wilde und partyfreudige Seite in mir, die durch die yogische Disziplin gezügelt wird.

 

Kurze Zeit später bist du das erste Mal mit dem Buddhismus in Berührung gekommen. Wie haben die buddhistischen Lehren deinen weiteren Weg bestimmt und in welcher buddhistischen Tradition lehrst du?

 

Zur gleichen Zeit kamen die ersten Iyengar-Yogalehrer nach Deutschland, z.B. Dharmapriya. Er trainierte uns und ich liebte diese fordernde, strukturierte Asanapraxis. Doch mein Geist blieb hungrig. Soeben kam Ayya Khema von Sri Lanka nach Deutschland gezogen, um zu lehren. Bei ihr verbrachte ich viele Semesterferien in langen Schweige-Retreats über 10 Jahre bis zu ihrem Tod 1997. Hier war das Geistestraining nach dem ich mich sehnte! Dann wurde es immer Tibetischer. Mit Sylvia Wetzel und Tsültrim Allione tauchte ich tief in den tibetischen Buddhismus ein. In meinen Jahren in Nepal lebte ich an der Quelle. Ich habe gelernt, dass ich weder meine Gedanken noch meine Emotionen bin, immer wieder ertappe ich mich wie meine Meinungen und Bewertungen mich eng machen und wie sich alles verfestigt in Denkgewohnheiten und alten Mustern. Dann sind es nicht nur die Übungen die mir helfen wieder offen und frisch zu werden, auch die psychologische und pädagogische Weltsicht hilft mir, wieder warmherzig, fokussiert oder staunend zu sein.

 

Du begleitet seit einigen Jahren unsere Reisen nach Nordindien, Nepal und Tibet und hast für drei Jahre in Nepal gelebt. Wie würdest du Land und Leute beschreiben und was fasziniert dich besonders an diesen Ländern?

 

Diese Länder sind zu unterschiedlich, um Sie gemeinsam zu beschreiben, Indien ist im Flachland, schwül heiß, groß und machtvoll. Tibet liegt sehr hoch mit einem rauen, kalten windigen Klima. Nepal ist ein Himalaya Staat, der wie ein Sandwich zwischen Indien und Tibet/China liegt und in dem die Wege schwierig sind. Seit 20 Jahren bin ich jedes Jahr unterhalb, oberhalb und im Himalaya unterwegs. Das Leben ist bunt, oft chaotisch, vieles scheint unberechenbar und doch geht es oft leicht voran. Nichts erwarten oder hoffen, aber ausgerichtet bleiben – das klappt gut. Die Nepalis sind tolle Leute, freundlich, zäh und sehr hilfsbereit. Sie sind mutig, können improvisieren, abwarten, zupacken und feiern.

So wie jedes Land einen eigenen Geruch zu haben scheint, ist es der Geruch, den ich atme wenn ich das Flugzeug verlasse, der mein Herz öffnet. Das bunte Chaos, die vielen Wiedersprüche und überquellende Lebendigkeit mag ich in diesen Ländern am meisten. Es sind Länder mit alten Hochkulturen und ausgeprägter Religiosität. Der tibetische Buddhismus ist ein großes Geschenk an die Menschheit.

 

Deine Reisen mit NEUE WEGE führten dich bereits mehrmals zum heiligen Berg Kailash nach Tibet. Hast du spontan ein Erlebnis von einer Reise, das dich immer noch berührt oder zum Lachen bringt?

 

Einmal führte ich eine reine Frauengruppe um den Kailash. Wir machten die Praxis der grünen Tara mit Niederwerfungen (soweit wie möglich, in dieser Höhe.) Eine junge kleine Nonne aus Ost Tibet beobachtete uns und schloss sich uns an. Sie verbrachte die Sommer Saison im Kailash Gebiet und machte so viele Koras wie möglich. Es war im tibetischen „Wind-Pferd-Jahr“ 2002, in dem sich die karmischen Früchte aller begangenen Handlungen in ihrer Wirkung um ein vielfaches vermehren. Viele Tibeter pilgern in diesem Jahr, das alle 12 Jahre wiederkommt. Vermutlich war Sie im Auftrag ihres Dorfes unterwegs. Bereits 9-mal war Sie um den Manasarowar See gelaufen und mit uns auf ihrer 11. Kailash Kora. Und die Saison war noch lange nicht zu Ende… Sie folgte uns mit dem Abstand eines scheuen Hundes. Als die Nacht anbrach brauchten wir einen Schlafplatz für Sie. Bei den Nepalis im Küchenzelt konnte Sie nicht bleiben, es waren alles Männer, also zog Sie in mein Zelt ein. Sie leerte die Inhalte ihrer Robenfalte und heraus kam ein kaputter Kassetten Rekorder, Kleingeld und zerbröselte Kekse. Dann rollte sie sich zusammen und blieb unbewegt bis in den Morgen. Als ich aufwachte saß Sie bereits vor meinem Zelt und wartete darauf, dass es weiter geht. Am Ende der Kora kamen wir wieder nach Darchen ins Basecamp. Dort bog Sie ab und verschwand still und schnell in einem tibetischen Pilgerzelt, um Gefährten für ihre nächste Runde zu finden.

 

Worauf freust du dich am meisten, wenn du an deine Reisen nach Nordindien, Tibet und Nepal im nächsten Jahr denkst?

 

Ich freue mich darauf, unseren Gästen diese wunderbaren Länder zu zeigen, alte und gute Freunde wieder zu treffen und wie ein Fisch ins Wasser einzutauchen.

Hast du noch eine Weisheit, die du unseren Blog Lesern mitgeben möchtest?

 

„Die Dinge sind nicht so wie Sie zu sein scheinen, aber anders sind Sie auch nicht.“ (Lankavatara Sutra)

Karneval im Zwischenreich

Die Düsseldorfer Weissfräcke hatten zum "Frechen Mädchen Ball" am Karneval Samstag, eingeladen. Das Thema war: Karibik.  2000 Leute wabern in dem dunklen, modernen Saal der Schlösser Brauerei auf der Ratinger Strasse. An den Wänden laufen Screens von der Karibik mit Ausschnitten von Jonny Deep und üppigen, tanzenden Jamaikanerinnen. Die Musik kreischt Karnevalsschlager, Pop, Techno. Ein Gespräch ist unmöglich. Ich trage ein Hawai Hemd, Bermuda Shorts und eine dunkle Sonnenbrille, stehe mit 4 Freunden an einem Stehtisch und halte mich immer wieder an der massiven Spanplatte fest. Der Alkohol, der Lärm, die Laseranlage, die Menschen, alles braust um uns herum, wir brausen mit.
Die Spanplatte des Tisches ist wie ein Baumstamm in wildem Gewässer, das einzig feste.
Trauben von Matrosen, Polizisten, Hullahupp Mädchen und Teddibären rauschen an uns vorbei, schreien Konversation in meine Ohren.

Dann dämmert mir nach ein paar Bier, dass so - und genau so - in den Lehren der "Zwischenzustand" beschrieben wird, jene Übergangszone die wir nach unserem Tod durchqueren bis zu einer neuen Geburt.
Es soll, sagt man in den Lehren, sehr laut sein, unbeschreiblich intensiv, chaotisch und strudelig, auf allen Ebenen. Wie auf der Achterbahn, wenn sie abwärts schießt. Wer das liebt, hat es fein. Wer nicht, wird das Ganze durch die Panikbrille als Hölle erleben.
Es sei im Zwischenzustand viel los um uns herum, heißt es, und hilflos seien wir, wenn wir keine Orientierung mehr haben. Das wird mir klar als ich kurz auf einem Treppenabsatz stehe und auf die wabernde, feiernde und kreischende Menschenmasse schaue.
Tja, wohin würde es mich jetzt ziehen wenn ich nicht wüsste, wo meine Freunde und der Stehtisch wären? Würde ich mich, von Durst getrieben, zum Tresen durchschlagen?
Oder in Richtung Bühne steuern? Oder würde mich eine Gruppe Leute ansprechen in deren Nähe ich mich begeben würde? Die Matrosen vielleicht? Oder doch eher die Hullahupp Mädchen?
Wie wäre es wenn ich Angst hätte vor der Intensität, weil ich Sie nicht gewohnt wäre? Oder Geräuschempfindlich wäre, oder Panik in der Menschenmenge bekäme?
Dann könnte dieser Trip sehr schnell zum Horrortrip werden.
Was ist, wenn dieser strudelige Sturm Erinnerungen bei mir auslöst, die sich mit dem Getose im Außen vermischen?
Und jedes Wesen auf dieser Party empfindet diesen Moment anders. Jeder Mensch hat eine eigene Färbung auf dieses Geschehen - und ein eigenes Erleben.

Auch sagen die Lehren, dass es nicht so sehr die starke Intensität dieses Zwischenreiches sei, die verwirrend sei, sondern dass wir in diesem Leben so heruntergedrosselt seien, dass wir eine starke emotionale und energetische Intensität kaum mehr kennen. Unser Alltagsgeist lässt uns in einem dumpfen Zustand verweilen, in dem wir wenig spüren.
Aus der Sicht der Buddhas und Bodhisattvas werden wir als abgeschattet, heruntergedrosselt und verwirrt beschrieben, mit gelegentlichen Aufhellungen.

Wenn dann unser Bewusstseinsstrom im Zwischenzustand nicht mehr in einem Körper verankert ist, sondern frei im Äther trudelt, können wir sehr schnell reisen. Wenn uns ein Impuls nach Brasilien durchströmt, dann sind wir direkt dort, so wie ja auch jetzt schon ein Teil von uns dort ist, wenn wir von Brasilien nur träumen. Es sei ein Zustand jenseits von Raum und Zeit. Die Schamanen reisen in die Zwischenreiche. Aber auch, wenn wir uns zum schlafen legen, gibt es einen Teil, der sich in das Zwischenreich begibt.

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Das neue Wellblech Dorf

 

Am Schluss meiner Reise habe ich das neu gebaute Wellblech-Dorf besucht, das mit unseren Spendengeldern finanziert wurde. Nun ja, immerhin sind die Bewohner jetzt trockener als nur unter Plastikplanen, aber dennoch, ich war heilfroh abends in mein schönes Haus nach Boudha fahren zu können und nicht auf diesem Schlammfeld schlafen zu müssen, moskitoverseucht. Meine letzt Shoppingrunde mit Gopal drehte sich um Haushalt: 100 Zahnbürsten, 60 Zahnpasten, 20 Waschschüsseln und Pulver für Wäsche, nochmal 40 Zeltplanen, 100 m Plastik um die Feuchtigkeit vom Boden weg zu bekommen. Dann haben wir 40 einfache Holzbetten bestellt und Dr. Bhadri vom Ayurveda Health Home behält einen Blick auf diese 83 am Stadtrand von Kathmandu gestrandeten Menschen aus dem Grenzgebiet Sinduphalchok. Ohne Einkommen, Arbeit, eigenen Boden und Besitz versuchen sie sich nun irgendwie im sozialen Gefüge zu assimilieren. Die 40 Kinder sind bereits eingeschult, einige Schulpatenschaften für die höheren Klassen 11 + 12 werden gesucht. Die psychische Belastung ist groß, denn es macht keinen Spaß, morgens im Feuchtbiotop zerstochen aufwachen, ohne Arbeit, auf Hilfe angewiesen, ohne alles - puhh. Ich möchte mich um dieses Dorf weiter kümmern und auch später beim Wiederaufbau behilflich sein. Sie sind so dankbar, Ihre Freude ist groß und der Händedruck ehrlich und warm. Wie gut das allen tut, ihnen, euch und mir. Das ist Direkthilfe.

 

Vielen Dank im Namen der Nepalis für euren wunderbaren Beitrag!! Ich bleibe am Ball.

 

 

 

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Spendenbericht 3 "Im Dorf Thulo Parsel"

Erdbebenbericht 3

Im Dorf Thulo Parsel 8

 

Liebe Freunde, habt großen Dank für euer Vertrauen, eure Anteilnahme und die großartigen Spenden!!

Es wurden mir bis jetzt nach meinem letzten Aufruf 6078 € zugesagt – Wow, also war ich wieder shoppen und auch bereits im Dorf.

Wir haben einen kleinen Truck gemietet, Wellblech für die Schule, für Kalpana und Ihre Cousine gekauft, für jeden der 93 Haushalte einen 30 kg Sack Reis, 2 Liter Speiseöl und 1kg Salz. Gesamtkosten: 2969,88 €

 

Das Dorf Thulo Parsel liegt im Distrikt Kavre Phalanchok. 6 Std. Fahrzeit mit dem Moped, 8 Std. mit dem Truck. Nicht allzu hoch wird hier vorwiegend Mais angebaut. Die Landschaft ist atemberaubend und in der Tat, nicht nur in Kathmandu, auch im Land werden die Wege ständig verbessert. Nun keucht und schwankt bereits ein Localbus hier hoch.

Ich war zuerst für einen Tag dort um die Lage zu sondieren. Was wird gebraucht? Wer braucht wirklich etwas?

Es ist delikat die Spreu vom Weizen zu trennen, Nepal ist seit den 70gern von NGO’s (Non Government Organisation) verwöhnt das macht die Nepalis nicht gerade selbstständig. Auch muss man es leider manchmal aushalten das man nichts machen kann, so wie die 4 Ärzte die sich für 12.000 € einen Helikopter gemietet haben um im Hochgebirge Verletzte zu behandeln und nach einem Tag Höhenkrank wieder zurückgeflogen sind. Auch muss man aushalten das es leider nicht immer so gerecht zugeht wie es sein sollte. Die Dorfgemeinschaften haben jedoch einen starken Gerechtigkeitssinn, die Reisausgabe wurde per Liste abgehackt, die ganz Bedürftigen bekommen mehr.  

Im Dorf Thulo Parsel sind viele Häuser durch das Erdbeben nicht eingestürzt sondern so beschädigt das Sie abgerissen werden müssen. Es gibt ein Büro für die Schadensbegutachtung von Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Räumen, die den Schaden in 3 Kategorien einteilt: Grüner Punkt = alles okay, bewohnbar, gelber Punkt = wird repariert, roter Punkt = wird abgerissen.

Die hübsche Dorfschule wird leider abgerissen. Zuerst gab es ein Zeltdach im Hof unter dem der Unterricht stattfand das hat aber dem Wind und Regen nicht standgehalten. Nun liegen von uns 72 Platten Wellblech im Hof für ein stabiles Dach.

Die Nepalis haben ehr ein Wir Gefühl als ein Ich Gefühl. Familien Angelegenheiten werden oft in der ganzen Dorfgemeinschaft entschieden, so z.B. die Geschichte von Renu, die zu einem Mythos wurde.

Als Sie 13 war wurde ein Knochenkrebs im Knie diagnostiziert. Die einzige Chance wäre eine Beinamputation gewesen. Das Dorf hat sich gegen die Operation entschieden und man hat der Sache Ihren Lauf gelassen.

Erst als ich das Dorf kennen lernte verstand ich: Sie hat 9 Geschwister, mit nur einem Bein kann Sie weder im Feld arbeiten, noch die Eltern versorgen oder heiraten und die steilen Felspfade im Dorf auch nicht begehen. Renu war 16 als ich Sie im Krankenhaus in Thankot sah. Sie lag im Morphin Delirium im Sterben, selbst da war Sie noch bildschön. Ihre Mutter besang und besprach das Fußballdicke kochendheiße Knie. Als dieses platzte starb das Mädchen. Nun ist Sie eine Mythos, ein Opfer und die Familie heißt nun: Die Familie von Renu.

Kalpana ist eine Cousine von Renu, Sie ist 23 Jahre alt, Mutter von 3 fröhlichen Kindern, das vierte Kind hat Sie abtreiben lassen. Sie war zu schwach und zart um es auszutragen, auch reicht das Geld nicht dafür. Ihr Mann, selbst ein großes Kind fährt Taxi in Kathmandu und trinkt. Nein er will sich nicht sterilisieren lassen, denn schließlich muss er ja vielleicht noch nach Dubai zum Geldverdienen da braucht er seine Manneskraft. Kalpana lebte in Sindhupalchok, das Erdbeben hat Ihr Haus und die Felder zerstört. Nun fängt Sie in Kavre neu an, hat nichts. Mit euren Geldern hat Sie nun ausreichend Wellblech für eine hübsche Hütte bekommen sowie einiges an Hausrat: Eimer, Waschschüsseln, Wassertank und Wasserschlauch... Ihre Freude war unbändig!!

Pratab fährt nächste Woche hoch und baut 2 Hütten für Sie und Renus Schwester.

 

Es sind die Frauen die in Nepal die schwere körperliche Arbeit verrichten, häufig sehe ich nun bei den Aufräumarbeiten die auf Hochtouren laufen das die Männer den Bauschutt in die Körbe auf den Rücken der Frauen laden zum Abtransport. Auch als wir die Reissäcke verteilt haben gingen diese 30 kg allesamt auf Frauenrücken in die Haushalte.

Sie machen die Hausarbeit, die Feldarbeit, den Straßenbau. Sie bekommen zu früh, zu viele Kinder, arbeiten zu schwer vor während und nach den Schwangerschaften, sind häufig Mangelernährt. Gebärmutter Vorfälle sind die Regel, sehr schambesetzt und unter diesen Lebensbedingungen kaum zu behandeln.

Nepalische Mädchen und Frauen sind begehrte Prostituierte in Indien und China (die ja einen starken Frauenmangel haben). Der Kinderhandel blüht. Auch hier ist es häufig die Dorfgemeinschaft, die die Eltern zum Verkauf der Mädchen drängt. Da dies vermutlich nach dem Erdbeben zunehmen wird hat die Regierung zur Zeit ein Adoptionsverbot erlassen. Die Grenzkontrollen sind verschärft und die NGO Maiti Nepal sowie die Womens Foundation leisten diesbezüglich seit Jahren brilliante Arbeit.

 

Aber es gibt auch die andere Seite, das Dorfleben ist beschaulich, die Gemeinschaft bietet Geborgenheit. Alles geht seinen langsamen gemächlichen Gang. Man sitzt morgens um 6 zum ersten Tee fröhlich beisammen und erzählt, die Luft ist gut, der Mais, die Hühner, das Gemüse, das Fleisch, die Eier, alles Bio. Das Leben ist schlicht, zäh, frisch, genügsam. Aus Lautsprechern tönt Nepali Rapp, es wird gesungen, Karten gespielt, gelacht. Es tut gut im Dorf zu sein, in den Bergen, an der Erde, die langsam aufhört zu wackeln.

 

Dieses Projekt hat nur 4 Tage gebraucht, in meinen letzten 3 Tagen kümmere ich mich weiter um das frisch entstandene Wellblech Dorf von den Flüchtlingen von Gopals Dorf, ich berichtete beim letzten mal darüber. Die Hütten sind fertig, morgen fahren wir dort vorbei, es ist in Boudha um die Ecke. Ich würde Sie gerne komfortabel machen, Sie haben nichts, verdienen kein Geld, Haus, Hausrat, Dorf und Felder sind weg. Sie brauchen Reis, Linsen, Tee, Gas zum kochen, ein paar Kochstellen, Matratzen, einen Bodenbelag gegen die Feuchtigkeit, Eimer, Waschschüsseln...

Ca. 40 Kinder sind Schulpflichtig und wir gehen davon aus das Sie länger hier bleiben müssen als Ihnen lieb ist. Darüber werde ich dann als Abschluss noch mal berichten. Ich hoffe bei Gopals Dorf auf eine Zusammenarbeit mit dem Ayurveda Health Home, von Marlies Förster, Dr. Badri und Dr. Rishi.

Es ist heiß hier und regnet viel, mühseliges Klima.

Liebe Grüße von Minka

 

 

 

 

 

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Ich war shoppen, Spendenbericht 2

Liebe Freunde,

Von den großen Hilfsorganisationen sehe ich nur die Zelte des roten Kreuzes von China. Palettenweise Material an Hilfsgütern von Unicef lag neben dem Rollfeld am Flughafen und das nicht erst seit gestern.

Die Selbstorganisation der Nepalis jedoch funktioniert richtig gut. Alle helfen sich untereinander je nach Ihren Möglichkeiten und wenn Sie Unterstützung von ausländischen Freunden bekommen so wie hier von mir/uns, potenziert sich das ganze.  Ich bin froh, mit unserer Agentur HET auf ein gut organisiertes und vernetztes Team zurück greifen zu können!!

 

Mein erster Bericht steht in meinem Blog auf meiner Seite, zu lang für den Newsletter.

Gopal, unser Führer an der Grenze zwischen Nepal und Tibet ist mit seinem ganzen Dorf hier ins Kathmandu Tal gekommen weil es das Dorf nicht mehr gibt. Die Dörfler werden wohl länger als geplant im Kathmandu Tal bleiben, täglich kommen mehr Menschen aus Sinduphalchok hier an, drei Nächte Regen spült die Felsmassen ins Tal, es ist echt gefährlich.

 

Gestern war ich mit euren Spendengeldern einkaufen.

Wir haben für 19 Familien (83 Leute) Material gekauft um 19 Wellblech Hütten zu errichten. Bikesh hat eine Bauweise von Tunnelhütten ausgetüftelt. Das hat 2408,-€ gekostet. Damit habe ich eure Spendengelder bis auf 1200 € verbraucht. Wenn Sie die Hütten aufgebaut haben wird gefeiert und es gibt Fotos.

 

Die Industrie kommt mit der Wellblech Produktion kaum hinterher, es ist die Direkthilfe Phase 2, denn das können Sie auch verwenden wenn Sie Ihre Häuser nach dem Monsun wieder aufbauen. Wenigstens hält die Regierung die Preise stabil wenn Sie sonst schon nichts macht.

 

Ich bin jetzt noch für 10 Tage hier, Zeit genug um mit Pratab (Sapanas Vater) auf dem Moped ins Dorf zu fahren es gibt keine Strasse nur einen Pfad. Dort sind ca. 300 Leute fast alle ohne Häuser. Bis jetzt kam einmal ein Hubschrauber mit Reis, Öl, Salz. Sie leben in Zelten, das ist okay aber auch da wären ein paar Ladungen Wellblech und Bambusstangen eine große Hilfe, von Decken und Hausrat mal ganz zu schwiegen.

Ich würde die Sachen noch hier in Kathmandu besorgen. Sie würden mit einem LKW so weit wie es geht bis Dhulikhel gebracht, ab da müssten Sie von den Dörflern selbst ins Dorf getragen werden. Das kann ich alles noch in die Wege leiten und betreuen, allerdings reicht das Geld nicht aus.

Wenn Ihr euch an dieser Aktion beteiligen wollt wäre das sehr hilfreich. Bitte schreibt mir bald per email wie viel ihr auf mein privates Konto ohne Spendenabzugsfähige Quittung spenden mögt, ich gehe dann hier in Vorleistung.

 

Ansonsten wohne ich im tibetischen Viertel in Boudha direkt an der Sechen Monastery in dem Haus von Peter Effenberger der hier eine Biofarm betreibt und habe es gut mit 7 Hunden.

Liebe grüße aus dem schönen Nepal Minka Hauschild

 

Minka Hauschild, Stadtsparkasse Düsseldorf „Hilfe für Nepal“

IBAN:DE17 30050110 00 18385385  BIC: DUSSDEDDXXX

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Erdbeben Report 1

Liebe Freunde,

Es ist heiß hier in Nepal, ca. 38 Grad, der Monsun ein wenig zu spät. Schlecht für die Natur, gut für viele die Ihre Häuser verloren haben um ein Übergangs Shelter zu bauen. Wellblech wird knapp und die Wellblech Industrie könnte der größte Gewinner der Erdbeben Katastrophe sein.

 

Als ich am 7.6. im Vajra Hotel ankam sah ich noch wie von Roman Müller und den HET Männern für die letzte von 5 Fahrten ein bunt bemalter 20 Tonner beladen wurde. Roman hatte aus dem menschenleeren Vajra Hotel ein Material Lager gemacht, riesige Rollen Isomatten, Zeltplane, Wellblech und anderes Baumaterial sammelte sich dort um in 5 Ladungen ins Anchu Kola Tal zu gehen, im Ganesh Himal Distrikt.

 

 

Das nächste Projekt war ein gemeinsames: Mit Spendengeldern von mir (3000,- €), Roman, Thomas, allesamt Tibet/Nepal Reiseführer und Neue Wege hatten wir 11000 € zur Verfügung die ich nun (Roman ist wieder abgereist) an 45 Männer und Ihre Familien aufteile, die zu unserer Agentur gehören. Dies hilft den Verdienstausfall zu kompensieren und die magere Zeit zu überleben. Diese Männer sind mir seit fast 20 Jahren Weggefährten und Bodyguard, Köche und Liebhaber, zuverlässige Führer am Berg, Ratgeber, Lehrer, große Kinder.  Wir trinken abends im Küchenzelt den Staub und Stress hinweg, singen, erzählen einfache Geschichten, haben Höhen und Tiefen geteilt. Es war mir eine Freude diesen Engelsjob auszuüben. 

 

 

Erst gestern realisierte ich etwas das mich wirklich erschütterte, ich hatte bisher diese naheliegende Nachrichte einfach verdrängt.

 

Für alle die mit mir in den letzten 18 Jahren am Kailash waren, oder in Zentral Tibet: Erinnert Ihr euch an die abenteuerliche Abfahrt, nach Tagen der Reise auf der Wüste des tibetischen Hochplateau in ca. 4700m Höhe? Dann kommt noch einmal ein Pass von 5300m, weiter geht es nach Nylam (3700m). Ab da stürzt das Land senkrecht nach unten und aus allen Felsritzen quillt Wasser. Die Durchfahrt durch die Wasserfälle war für die Jeeps eine super Autowaschanlage nach wochenlanger Staubpiste. Auf 30 km  Serpentineverlieren wir 3500m Höhe und sind in Zhangmu, der Grenzstadt zwischen Nepal und Tibet, auf der tibetischen Seite.

 

 

Zhangmu liegt am Steilhang und die 20 km Serpentinenstrasse dieser Stadt ist der Hauptumschlag Platz für den nepalisch - tibetischen Handel. Ein buntes Gemisch aus chinesischer Polizei, pilgernden Indern, Nepalis, Händlern, Karaoke Bars, Prostituierten, vielen Hunden, Trekkern uvm.

Wir bleiben dort eine Nacht und gehen am nächsten Morgen über die Grenze nach Nepal.

Die eigentliche Grenze ist die Brücke über den Pote Koshi, der dort bereits ein reißender Gebirgsstrom ist.

Wir sind schon in kniehohen Wasserströmen die den chinesischen Grenzpalast überfluteten nach Nepal gewatet.

 

Dort sorgt Gopal unser Grenzführer dafür das unsere Güter aus dem tibetischen LKW auf ca. 40 Träger verteilt über die Grenze gebracht werden um ab Kodari, dem nepalischen Grenzort mit uns zusammen im Bus nach Kathmandu zu fahren.

Während wir deutschen Gäste in einem Teeshop auf unsere Pässe warten und uns freuen endlich aus der Höhe, der falbenfarbenen, staubtrockenen, sauerstoffarmen Wüste und aus dem von China besetzten Tibet raus zu, organisiert Gopal alle Formalitäten wie Visum, Gepäck, Träger, Bus...

Immer wenn es Erdrutsche auf der Strecke gibt und das ist häufig, organisiert Gopal uns einen imporvisierten Transport von Erdrutsch zu Erdrutsch, welche wir dann zu Fuß überqueren.

 

Dies ist das schönste Gebiet Nepals, die Abfahrt bis Banabesi, der Ort an dem wir über dramatischen Wassern zu Mittag essen ist unvergleichlich.

In senkrechten Schluchten mit wilden Bergwäldern und kleinen romantischen Strassendörfern mit Hühnern, Ziegen, Büffeln, Hunden und frechen Mädchen, mit frischem Quellwasser aus allen Felsporen, Farnen, Kräutern, Lianen, Reishängen. Wir reisen auf fast unpassierbarer Strassen - räusper (hier geht der ganze Handelsverkehr durch), die 1000m in die Tiefe gehen, direkt neben dem Reifen, es gibt kaum Fotos da der Bus nur schaukelt.

Hier leben tellergroße Spinnen, Zecken, Moskitos, Honigbienen, und Bungi springen kann man auch von einer Brücke über der senkrechten Schlucht.

Die Menschen leben in schlichter Demut in einer dramatischen und immer bedrohenden wilden wunderbaren Natur.

 

Soviel zu meiner Liebeserklärung an Sinduphalchok, dem am meisten vom Erdbeben betroffenen Distrikt. Das Beben hat die senkrechten Berge über Wochen gerüttelt und gespalten, Felslawinen haben Dörfer und unpassierbare Wälder in die Tiefe gerissen und der kommende Regen wird die angelockerten Berge abschwemmen.

 

Je nach Lage sind einige Dörfler noch oben, dort wo es nicht so gefährlich scheint. Sie versuchen zu bleiben, haben Ihre Familie dort, Felder und Tiere. Andere sind in tiefere Gebiete gewandert, auf dem Weg nach Kathmandu, wo es freie Feld Parzellen gibt und leben in Zelten und Notunterkünften. Die Situation ist von Strecke zu Strecke sehr unterschiedlich.

 

Gopal und sein  Dorf haben Haus und Felder verloren, aber Sie leben leben! Sie sind nun Refugies, Flüchtlinge, wie die die gerade aus dem Mittelmeer gezogen werden oder auch nicht.


 

 

 

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Indien und seine Frauen

Der Umgang mit Frauen in Indien macht seit einiger Zeit traurige Schlagzeilen, daher hier ein wenig was ich dazu beobachtet habe bei meinen vielen Nordindien Reisen.


Traditionell und die Tradition ist alt und tief verwurzelt, geht das Mädchen mit der Ehe in die Familie des Mannes. Häufig zahlen die Eltern der Braut, über Aussteuer und Hochzeit  verhandeln die Väter. Dabei reden wir nicht von Bett und Tischwäsche, sondern von Motorrädern und Einbau Küchen. Z.B. ein Tischler, der in Nordindien in einer Garage Betten und Kommoden baut ist Vater von 4 Mädchen. Er wird durch die Aussteuer ruiniert und hat keinen mehr der im Alter für Ihn sorgt, es sei denn, eine Tochter bleibt unverheiratet.

Die spätere Pflege der Eltern des Bräutigams gehört zu den Aufgaben der Ehefrau.  
Daher ist es gut einen Sohn zu haben der eine Frau hat...
Das hat dazu geführt das gerade in den ländlichen Gegenden, wo die Notwendigkeit der Versorgung durch die Familie noch höher ist als in den Städten, es fast nur noch Männer gibt. Die Frauen wurden nie geboren, ertränkt, verbrannt, starben jung im Kindbett, bekommen die schlechtere Nahrung, Kleidung, Bildung und machen die härtere Arbeit. Die Abtreibungsrate seit Ultraschall ist dramatisch gestiegen.
Alle wollen einen Stammhalter und die Frau erhält dadurch in der Familie Ihren Wert, da man glaubt das eine Frau die einen Sohn gebärt eine gute Frau ist. Dabei hängt die Bestimmung des Geschlechtes des Kindes von den Chromosomen des Sperma des Mannes ab und nicht von den weiblichen Eizellen.
Man sollte darüber eine flächendeckende Aufklärungs Kampagne starten. Sie muss langanhaltend und penetrant sein diese Kampagne um gegen Jahrtausend alte Tradition, Korruption und Vorteilsdenken anzukommen.
Die Kampagne sollte Vodafone sponsern, denn die wissen wie Werbung in Indien geht und können sich ruhig mal engagieren.
Der Altersdurchschnitt in Indien liegt bei 26,7 Jahren, und es fehlen ca. 20 Millionen Frauen die alle keine Kinder kriegen. Die gleiche Situation finden wir in China verstärkt durch Maos Ein Kind Politik, nun auf zwei aufgestockt.
Die Prostitution blüht, Frauen aus Nepal, Indonesien, Philipinen, Malaysia, Ostblock... werden verkauft, entführt, gezwungen, gelockt.
Oder kommen gerne: Russische Frauen die keine Lust mehr auf die Kälte haben und die versoffenen russischen Grobiane leid sind liegen in Reihen an den Stränden Asiens und jagen hungrig den sanften, weichen, asiatischen Mann.
Dennoch wird diese Entwicklung dazu führen das die Bevölkerungsreichsten Länder dieser Welt sich dezimieren.
Ganz im Gegensatz zu den Moslems die Kinder kriegen wie die Kaninchen, da sollte die UNO mal langsam einschreiten.

Ich kann wenig persönliches von indischen Frauen berichten, ich habe wenig Kontakt, verfolge aber aufmerksam die Filmindustrie die ja auch immer ein Spiegel der Gesellschaft ist. Als unser Hotel Manager in Bodhgaya mich nach einer Empfehlung fragte was es zu verbessern gäbe meinte ich er möge doch bitte Frauen im Zimmer Service anstellen, das sei uns angenehmer, zumal in unseren Gruppen oft mehr Frauen sind.
Entrüstet wehrte er ab. Das ist einfach undenkbar, es gäbe hier keine Frauen die dafür geeignet wären, Sie sind zu schlecht für die Gäste - puh. Als ob diese dämlichen dünnen Bohnenstangen von Jung‘s besser wären, das hängt doch vom Trainer ab, oder? Ich persönlich verzichte gerne auf den Room Service, wenn ich so viel unterwegs bin ist mein Hotelzimmer mein zu Hause und ich mag es nicht, wenn die Roomboys in meinem Zeug rumkramen. Immer einen Putzlappen dabei reinige ich selbst. Als neulich doch einmal der Service da war fand ich weder neues Klopapier noch den Mülleimer geleert, dafür meinen BH sauber auf dem Bett drapiert, auf jedem Körbchen ein frisches Stück Seife.

Es war einer der vielen Feste in Varanasi, die Frauen fasteten 3 Tage und beteten danach für das lange Leben und Gesundheit Ihrer Männer. Die Männer hingegen müssen an einem Tag den ca. 50 km langen Ring um Varanasi herum zu Fuß laufen. Begeht man diesen Ring und besucht alle dortigen Tempeln einschliesslich der Ghats so ist es als hätte man in allen 2500 Tempeln in Varanasi gehuldigt.
Wir kamen als Frauengruppe nichts ahnend auf die Ghats, Frauen sind an diesem Event nicht erwünscht, aber die Ghats sind der Haupt Touristen Ort. Tausende von meist jungen Männern mit nackten Füßen stürmten an uns vorbei in eiligem Gehschritt. An den verschiedenen Orten hielten Sie an, hier ein wenig essen, dort trinken, da huldigen oder tanzen. Es war eine geballte Testosteron Energie die im Handumdrehen in Aggression umzuschlagen bereit war. Ich habe den Göttern gedankt das bei diesen Zeremonien kein Alkohol im Spiel ist. Am nächsten Tag war die Stimmung immer noch geladen.  Neben dem Verbrennungsplatzes tanzten einige junge Männer zu heiß geliebter lauter Techno Musik. Zwei Frauen aus unserer Gruppe waren so angekickt das Sie sich tanzend unter die Jungs mischten - wau, gute Laune, Wildheit, Freiheit.
Ich hatte zu spät geschaltet und fast hätte ein Pulk immer heißer werdender Jungs die Damen niedergerissen. Aber das kann einem auch mit Bettlern passieren wenn man dem einen gibt und den anderen nicht, egal ob Mann oder Frau - that is India, man muß gut aufpassen auf sich, dann gehts.

Früher gab es in Indien den Brauch der „Sati“ die Witwenverbrennung, nun per Gesetz verboten gibt es das nur noch selten in entlegenen Gegenden und Rajastan. Dann geht die Witwe wenn Ihr verstorbener Mann verbrannt wird mit ins Feuer, sie wird gezwungen, betäubt, gestossen oder geht freiwillig. Das Leben als Witwe ist nicht erstrebenswert, daher beten Frauen für das lange Leben Ihres Mannes. Verwitwet die Frau kann Sie aus der Familie des Mannes ausgestossen werden. Keiner will eine Witwe heiraten, wenn Sie dann mittellos sind werden Sie schnell zu Dreck in der Gosse, ohne familiären Schutz und Würde sind Sie Freiwild oder Dorf Prostituierte.
Die moderne Form der Verbrennung von Frauen als Küchen Unfall getarnt ermöglicht dem Mann erneut zu heiraten und Aussteuer zu bekommen.
Ist die Frau reich, schön, gebildet, einflussreich wird Sie gehegt, umworben, verehrt. Auch lieben die Familien Ihre Töchter, verwöhnen und umhegen sie.
Seit Bildung finanzierbar geworden ist, also seit ca. 10 Jahren trägt das zur Gleichberechtigung bei. Der Markt privater Bildungsinstitute boomt, BBS BBC, SLC, Master ist üblich. Ca. 50,-€ pro Monat kostet Bildung und hat empfindliche Priorität in der Haushaltskasse der Familie. Die Jüngeren unter 30 lesen, schreiben, rechnen und sprechen gutes Englisch, Jungen wie Mädchen. Der Chancengleichheit tut das gut aber der Weg hinaus aus dem Schatten des Mannes ist lang, wenn er denn überhaupt angestrebt wird, denn Systemkonform im Schatten bleiben ist vertraut und schützt.

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Pilgern zum Kailash

Gurlamandata, Kailash's Gefährtin
Gurlamandata, Kailash's Gefährtin

In Nepal ist es heiß, feucht und dreckig, Tibet ist ca.4600m hoch. Alles ist intensiv und anstrengend. Auf 4000 m Höhe haben wir nur noch die Hälfte unserer Kraft. Du kannst kaum schlafen, hast Kopfschmerzen, Sonnenbrand, Mücken- oder Wanzenstiche, Durchfall, Husten, Schnupfen oder Herpes, dein Kreislauf kollabiert, die Gruppe nervt dich. Vielleicht aber auch hast du nichts von allem und bist gesund und munter.

Warum hast du diese Reise gebucht?

Weil du immer schon einmal zum Kailash wolltest? Eine unbekannte Sehnsucht die dich dahin zieht?

 

Die Möglichkeit immer angenehmer zum Kailash zu kommen wird jedes Jahr größer. Das Handy Netz ist aufgebaut, die Asphaltstrasse ist fertig, die Jeeps gehen nicht mehr kaputt und auch der abgelegene Flughafen in Simikot hat eine neue Landebahn. Vor 10 Jahren war diese Reise doppelt so anstrengend und abenteuerlich.

 

Dennoch werden wir gewaschen, geschleudert und gekocht von Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit, Höhe, Wind und Sonne, steilen Auf- und Abstiegen und der Kraft magischer Orte. Wir bemühen uns, kommen an unsere Grenzen und lernen das dass gar nicht so schlimm ist (meistens). Wir begegnen unseren Ängsten und werden belohnt wenn Sie vorbei gehen und einer großen Freude Platz machen. Staunen entsteht, Erleichterung und Ergriffenheit angesichts der grandiosen Landschaft die völlig still ist.

Kailash ist einer der stärksten Orte dieser Welt, wir wissen nicht was dort mit uns geschieht und geben uns dem hin.

Wir merken das uns eine geheime Sehnsucht zum Kailash gerufen hat die wir nicht benennen können. Dort oben kommt Sie ins Schwingen und etwas ganz Altes und Großes taucht in uns auf das uns endlich überwältigt.

Dabei laufen wir einfach weiter, Schritt für Schritt. 

Pilgern ist ein Gang der Transformation, wir wissen nicht wie, aber spüren das Sie geschieht. Wir gehen weiter, Schritt für Schritt.

Am Ende der Tour bist du glücklich und stolz, du hast es geschafft, die Kailash Kora, Sie hat dich stark gemacht, bereit für deine nächsten Schritte im Leben – bitte lass mich wissen wohin Sie dich führen.

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Das Dashain Fest

Zu Vollmond im Oktober endet das größte Fest Indiens und Nepals, welches in der familiären Bedeutung unserem Weinachten vergleichbar ist.

Es erstreckt sich über mehrere Wochen und beginnt mit der spirituellen Pflege der Verstorbenen.
Lord Vishnu und Lord Buddha (bei den Hindus als Emanation Vishnus verehrt) sind die geeigneten Gottheiten für das Wohlergehen der Ahnen, denn beide sind milde und befriedend.
So war bei der ersten Reise Anfang Oktober am Mahabodhi Tempel und am Bodhi Baum, (jener Baum, unter dem Buddha Erleuchtung fand), ein nicht endender Pilgerstrom von z.T. kahlgeschorenen Hindus. Eigentlich ist dieser Ort von buddhistischen Pilgern meist aus der asiatischen Welt überspült, aber nun standen die Bramahnen Schlange um in Ihren aus Blättern geformten Opferschalen Reis, das rote Sindura Puder, Blüten, Wasser und Reissprossen Gras zu opfern. Bei den vedischen Brahmanen sind Opferrituale immer noch der unmittelbarste Zugang zu den Göttern. Buddha sah das zwar anders, aber nun denn, Opfergaben gehören einfach dazu.
Jeder Tag in dieser Phase gilt einem anderen Verstorbenen in der Familie für dessen Wohlergehen gebetet wird.

Nach dieser Zeit wird über 9 Tage täglich ein anderer Tempel des weiblichen Pantheons besucht. Parvati, (Shivas Gemahlin), Sita, Radha, Lakshmi, Sarsvati, Kali und zum Schluß die machtvolle Mutter aller Göttinnen, die auf dem Tiger reitende mehrarmige Durga, die alle Dämonen überwindet.

In Nepal ist dazu das Blutopfer sehr beliebt und vor dem Schrein werden männliche schwarze Ziegen und Hähne geschlachtet. Der berühmte Dashinkali Tempel der außerhalb Kathmandus in einem bewaldeten Tal liegt verwandelt sich an diesen Tagen in eine archaische, martialische Kultstätte da bereits um 5 Uhr morgens lange Schlangen von Nepalis mit Ihren Ziegen und Hähnen unterm Arm am Schrein vorbeiziehen um mit Frischfleisch fürs Fest fortzugehen.
So werden in dieser Phase die Opfergaben von Tempel zu Tempel getragen und von den Göttinnen gesegnet, landen sie wieder in der Opferschale. Nach dem Schlachtfest das in den Dörfern wo es nicht so viele Tempel gibt an allen wichtigen Stellen für lokale Gottheiten oder den Göttern animistischer Tradition wie Bimsen dargebracht wird ist es gleichzeitig die Haupt Fleisch Ernte des Jahres, das direkt danach getrocknet, gegessen oder eingefroren wird. Nach dem Schlachtfest für die machtvolle Durga kommt die Tikka Phase. Jetzt wird der an den Tempeln geweihte Reis, Reissprossen und ein Blümchen als Segen von den Älteren an die Jüngeren weitergegeben, indem der Reis mit Segenswünschen auf die Stirn gedrückt und das Gras hinters Ohr gesteckt wird. Dies ist einer der wichtigsten Tage im Jahr in Indien und Nepal. Bis zum Vollmond dauert diese Tikka Phase ca. 6 Tage und alle sind unterwegs und reisen nach Hause in die Dörfer zu den Vätern, Onkeln und Brüdern um sich die Tikka abzuholen, Roxie zu trinken, Fleisch zu essen, erzählen und zusammen sein.
Das Fest endet zu Vollmond und vor den Haustüren liegen die Opfergabenschalen kopfüber auf dem Pflaster.


In 14 Tagen zu Neumond geht es mit Dewali, dem Lichterfest weiter. Es werden Mandalas vor den Eingängen gestreut und von dort eine Lehmspur ins Haus gezogen die mit Öllichtern erstrahlt. Damit wird die Göttin Lakshmi eingeladen im Haus zu wohnen, Sie bringt Glück und Wohlstand. Am ersten Tag werden die Krähen verehrt, danach die Hunde, dann die Kühe und am letzten Tag die Freunde, Schwestern und Brüder. Dewali ist leicht und fröhlich, Städte, Dörfer und Häuser erstrahlen in einem Lichtermeer, die Strassenhunde und Kühe sind mit Blumenkränzen und Farbe geschmückt, meine beiden kauen auf einem dicken Büffelknochen. Überall sind Umzüge mit Musik und Tanzgruppen. Bis tief in die Nacht wird gefeiert, gegessen, geschwatzt. Statt Reis gibt es frittierte Teigkringel wie Berliner und wie immer Roxie und Maschu (Fleisch).
Heute morgen am letzten Tag als ich mit dem Gartenschlauch den Hundehof reinigen wollte fragte eine Nachbarin über die Mauer nach Wasser. Sie stand mit einem Eimer dort. Ich hielt den Schlauch über die Mauer und plötzlich kamen aus allen Türen die ganze Nachbarschaft mit Eimern, Kanistern und Tonnen. Ich war erschrocken über diesen Mangel, wie kostbar doch Wasser ist.!!

Nun bin ich nach drei Tagen auf das beste durchgefeiert. Jetzt beginnt der Winter und ich schreibe dies abends in meinem Zimmer in der Daunenjacke während tagsüber die Sonne wieder alles erwärmt.

Schamanismus im Tamang Dorf

Da während des Dashain Festes Kathmandu leer gefegt und alle Läden geschlossen sind, fahre ich mit Pratab nach Hause in sein Dorf. Die Kaste der Tamang (die die mit den Pferden von oben kamen) ist „remoted“, inm Dorf arm an geld und wenig Schulbildung, kaum englisch.
Mit dem alten Stadtmoped geht es Offroad. Mir tut heute noch der Po weh, das Moped ist wahrlich nicht für diese ausgewaschenen tief gefurchten, von Felsblöcken durchzogenen Bergwege geeignet. Oft steige ich ab und laufe ein Stück weil die Kiste mit zwei Leuten den Hang nicht rauf oder runter kommt, zu steil und unwegsam ist das Gelände. Nachts angekommen beginnen die Besuche. Die Dörfer sind Clans alle miteinander verwandt oder befreundet bindet die Dorfgemeinschaft und hält zusammen. Wir betreten das Haus einer Cousine oder so. In der Mitte des Raumes zwei Körbe voll Fleisch von dem gerade geopferten Wasserbüffel die ca. eine Tonne schwer werden. Es wird von Mutter und Tochter über scharfen Sicheln in schmalle Streifen geschnitten. Filetieren kennen Sie hier nicht, eine Unart der Fleisch Zubereitung in der nepalischen Küche ist das alles mit in den Topf kommt. Es wird das ganze Tier in Streifen und Stücke zerlegt. Das getrocknete Fleisch bildet den Winter Vorrat oder wird zum Fest in kleinen Stücken scharf gebraten. Haut, Sehnen, Fett und Fleisch, alles zusammen.

Die Häuser des Dorfes liegen im Hang eingebettet in Felder, Gärten und Baumwiesen, das Wasser kommt aus einem Schlauch drei mal täglich sprudelnd frisch. Eimer und Töpfe fangen es auf. Fortschrittlich wer ein Toiletten Häuschen bestizt, daher steht über „unserem“ Welcome to Toilet 2006. Felsige Fußpfaden verbinden die Höfe untereinander.
Sie schlängeln sich zwischen Parzellen von Reis, Kartoffel, Mais, hindurch, es wachsen verschiedenste Obstbäume, Kürbisse, Auberginen und Blattgemüse wie Spinat, „Saag“ genannt. Die Häuser sind zweigeschossig, aus warmen Lehm mit Holz und Ziegeldächern. In jeder Etage steht ein Holzgestell mit einer dünnen Baumwollmatte, das Bett. Alles weitere Mobiliär sind Strohmatten zum sitzen. Bei Wohlstand in der Ecke ein TV und DVD Player mit wenigen, handgedrehten brutalen Laienfilmen.
Tiere leben in der Familie, nachts in einer Ecke des Raumes die Ziegen, darüber auf einem Brett die Hühner, Wasserbüffel im Hof. Die Maisernte war schon eingefahren und der erste Stock birgt den Wintervorrat. Dort teile ich mir das harte Holzbett mit der Cousine.
Zu Dashain besuchten die Jüngeren die Älteren um sich die Tikka zu holen. Da alles sehr schlicht ist besteht das dreitägige Festmahl aus dem immer gleichen Essen: Reisflocken, kleine Stücke hart gebratenes Fleisch und Roxie, selbstgebrauter Schnaps.
Pratabs Eltern sind schon lange tot, ein Bruder seines Vaters ist der nächste und geliebte Onkel. Dieser hat einen Sohn und eine Tochter welche unverheiratet bleib um für den Vater zu sorgen. Der Sohn ist mit einer Schamanin verheiratet Sie haben drei Kinder, von denen zwei ebenfalls beim alten Onkel wohnen und die staatliche Schule besuchen deren Qualität im Dorf nicht so hoch ist.
Alles hier ist schlicht, ehrlich, natürlich und gesund.

Puja’s, die täglichen Rituale und Zeremonien werden morgens abgehalten wie meistens in Nepal, dann wenn wir noch rein sind, nüchtern. Für die Rituale wird der Platz markiert auf dem die Gaben stehen. Mit Kuhdung wird ein Kreis auf dem Lehmboden gezirkelt, dort steht der Blätterteller mit Licht, Reis, Blumen und rotem Sindura Pulver.
Die Schamanin schüttelt sich in Trance, während Sie die Götter anruft.
Mit einem „Atschu, Atschu“ als würde Sie niesen bekräftigt Sie Ihren Ruf. Die kleine starke hübsche üppige Frau bebt, geht gelegentlich in eine Drehhaltung und rezitiert weiter. Meine Fotos von diesem ehrwürdigen Moment zeigen etwas erstaunliches: Lichtbälle, Orbs genannt formieren sich dort wo die spirituelle Energie sehr hoch ist, es sind Manifestationen göttlicher Energie, erscheinen und verschwinden blitzschnell, wer hellsichtig ist oder mit dem dritten Auge sieht kann Sie sehen. (meine Lumix scheint diese Qualität zu haben).
So kraftvoll, üppig und heilig diese Zeremonien sind läuft dennoch in der Ecke der DVD Player mit einem Film wo sich alle umbringen und wenn zwischendrin ein Handy klingelt wird einfach telefoniert, eine Unart die kommt weil diese Medien noch recht neu sind und die Rituale so zum normalen Leben gehören das sich keiner gestört fühlt.

Zugfahren in Indien

Und während ich dies schreibe liege ich in der obersten Etage des drei stöckigen Liegewagen Abteils im Nachtzug von Delhi nach Bodh Gaya mit der nächsten kleinen Gruppe.
Es wird immer schwieriger Tickets für die Züge zu bekommen da 1,2 Milliarden Inder auf Reise gehen und die Züge chronisch überfüllt sind.
Die Abteile sind mit blauen Vorhängen vom Gang getrennt der Propeller verwirbelt staubige Luft. Es kommen und gehen Verkäufern für Tee, Suppe, Kekse und Zeitungen, zwei Männer von der Indischen Armee sind nach 5 Monaten Einsatz im Grenzgebiet von Kaschmir zu Pakistan auf Heimaturlaub. In 2 großen Koffern nehmen sie Äpfel mit nach Hause die im frischen Höhenklima von Kashmir wachsen und herrlich schmecken. Das Obst und Gemüse das in Indien und Nepal auf den Dörfern wächst ist in den Familien sehr begehrt und auf den Märkten nicht zu finden. Ebenmäßig rattert der Zug über die Gleise, in den Dörfern ist am Bahnhof Zeit sich mit Gurken oder Kokosstücken zu erfrischen. Die Inder drängeln ohne Rücksicht, die Bahnhöfe sind voll, es stinkt nach Kloake da viele Menschen viel pissen und ungelöschter Kalk liegt wie Puderzucker auf den Gleisen und in den Ecken um die Gerüche zu binden. Der Boden ist von dort wohnenden oder wartenden Menschen besiedelt, die klein, zart, und dunkel zwischen Taschen, Tüchern und Decken weilen. Ich erinnere einen frühen Morgen an dem ich auf einem Bahnsteig wartete, als sich plötzlich im Dämmerlicht aus grauen Decken vom Boden aufsteigend sich ein grauer Armstumpf zum betteln mir entgegen streckte.
Manchmal weiß ich nicht ob die Wesen unter den Decken noch leben oder nicht. Ratten huschen vorüber, Indien hat so viele Gesichter, die Bahnhöfe sind eines davon.

Mit dem Dampfstrahler werden in Moughalserai die Toiletten gespült, der Müll einfach auf die Gleise Türe gefegt.
Schmale Hunde stöbern Ihn auf.
Die Züge sind pünktlicher als die Deutsche Bundesbahn.
Beim Ausstieg umringen uns Träger in roten Hemden. Sie wickeln ihre Tücher zu Ringen auf den Kopf um darauf zwei schwere Koffer zu stapeln und wie immer will jeder dieser dünnen Männer den Job haben.
Auf dem Parkplatz wo der Bus auf uns wartet verlangt der Parkwächter zu hohe Gebühren. Unser Fahrer will sich weigern zu zahlen, der Wächter notiert seine Nummer, der Fahrer zahlt.-Indien eben.-
Ich erinnere eine Situation aus meinen Anfängen in der unser Lokal Guide meinte ich müsse noch 1000 Rupien beim Bahnhofsvorsteher bezahlen um die Plätze bestätigt zu bekommen (Neue Wege arbeitet nicht mehr mit dieser Agentur zusammen).
Ich ging in die große Office Hall und fand 20 fette Bethel kauende hennagefärbte Männer vor schweren Büchern mit endlosen Listen sitzen. Einer davon nahm wiederwärtig das Geld entgegen, würdigte mich als Kastenlose keines Blickes, ließ es in seine Tasche gleiten und winkte mich ab. Die Liegen waren bestätigt.
Dennoch sind die Liegen manchmal auf der oberen Etage und unten hat sich eine indische Familie eingenistet, man kommt sich nahe. Ich verkrieche mich meist nach oben, wickele mich in meine eigenen Decken und lasse mich von dem ebenmäßigen Geruckel in einen tiefen erholsamen Schlaf schaukeln.

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Die Innere Kora

Wer 13 mal auf der äusseren Kora den Kailash umrundet hat kann die Innere Kora machen, so gilt es weit verbreitet als Grundregel. Wer genauer recherchiert wird herausfinden das diese Regel nirgendwo im tibetischen schriftlich oder mündlich überliefert ist, nur die "Inchis", die Fremden glauben und halten sich daran.
Der Touristenstrom aus Russland und den neuen Ländern wie Ukraine, Estland, Lettland… nimmt ständig zu, die Leute sind stark, gut trainiert und buchen oft die Innere Kora direkt mit. Aber was heisst schon buchen?
Zuerst gehen wir (Pratab, mein nepalischer Freund) und Ich zur Polizeistation in Drachen. Dort versichere ich handschriftlich unter Zeugenschaft von 5 großen Kettenrauchenden chinesischen Polizisten, das ich wir die Innere Kora auf eigene Verantwortung machen und sowohl die chinesische Polizei und Regierung sowie die tibetischen Behörden, die Agentur und den Guide von allen Verantwortungen dieser Aktion frei sprechen. Damit haben wir das "Permit".

Bevor wir mit der Gruppe die äussere Kora begangen haben sind wir einen Tag zur Akklimatisation in den Vorbergen des Kailash gewandert und haben die Gyandrak und Serlung Gompa besucht. Von der Serlung Gompa als dem "Eingang" zur inneren Kora sind es ca. 8 km bis zur Südwand.
Die Serlung Gompa besteht aus 2 kleinen Häusern die eng aneinander geschmiegt stehen und so einsam im dem langgezogenen weiten Tal dem Wetter trotzen.
Der Lakhang ist privat, einfach, provisorisch.  Die Hauptstatue ist Guru Rimpoches hat tiefe Zornesfalten, daneben Milarepa mit Marpa und Tilopa, ergreifend schlicht.
Ein Mönch lebt dort, jung, sanft und klar, die Hände im Schoss adrett auf der dreckigen Robe gefaltet, Knie und Beine geschlossen, aufrecht sitzend, fein.
Wir fragten ob wir 1 bis 2 Nächte übernachten dürften? Ja das geht.

Nach der äusseren Kora ist die Gruppe weitergegangen zur Erholung und Wanderung an den Manasarowar See. Barat der nepalische Sirdar, mein Fels in der Brandung hat die Gruppe geführt, eine super Gruppe, 5 Männer und 5 Frauen mit denen wir alle sehr viel Freude hatten, eigentlich nur Freude.

Pratab und ich sind am nächsten Tag von Darchen nach Serlung aufgebrochen,
zur Zeit dürfen dort keine Autos fahren, da neulich ein Jeep mit 4 Indern auf der Strecke verunglückt ist- alle tot. Eigentlich lassen die Chinesen relativ viel Freiheit in den Details, erst wenn etwas passiert greifen Sie mit Regeln und Verboten ein. Daher bitte ich alle Hundefreunde darum zu beten das die wilden Hunde deren Zahl in und um Darchen und Darboche herum immer grösser wird, ich schätze den Rudelbestand auf ca. 600 Tiere niemals einem lebenden Menschen etwas antuen!! Es sind so wunderbare Hunde.
Von den Kailash Hunden glaubt man das Sie im nächsten Leben erstmals in einer menschlichen Inkarnation wiederkommen, daher werden SIe gerne gelitten und leben wild mit den Menschen. Kann sein das die Chinesen das anders sehen. Man sagt das Hundefleisch einen sehr starken Eigengeschmack hat und lange gekocht werden muss bevor es geniessbar ist.
Auch die Inder werden am Kailash immer mehr, ein etwas lächerliches Bild, Sie passen einfach nicht in diese extreme Höhe und wirken schlapp und schwabbelig, angegriffen und bedürftig. Schlurfen durch Darchen, so wie Sie aus Mumbai‘s, Delhi‘s, Chennai‘s oder Madra‘s Hitze kommen. Sie werden mit Ihren Schlappen, Lungis oder Sahris in Daunen Tüten gesteckt, gekommen von der Agentur noch eine Wollmütze bei der nur die Augen frei bleiben und werden mit Ihrer Atemnot und den Sauerstoff Flaschen auf die kleinen robusten Pferde geschnallt, mit lachenden tibetischen Pferdeführern, die sich gerne mit den Indern unterhalten.
Auf unserem Fussweg zur Serlung Gompa, ein kleiner Aufstieg von ca. 2,5 Stunden hat uns ein Gewitter so eingekesselt das die Blitze neben uns und vor uns einschlugen. Ich hatte meine Wanderstöcke eingepackt aus Furcht und vor dem strömenden Regen sind wir in ein chinesischen Bauarbeiter Zelt geflüchtet. Heureka was für ein Leben die führen! In der Saison die von April bis Oktober geht mit 10 Personen in dem Armeezelt, ein auf Brettern gebocktes Matratzenlager, Töpfe, Kessel, Thermoskannen, Baumaterial, heisses Wasser. Unermüdlich kreisen Zigaretten Schachteln. In der Kleidung ist Gummihose und Stiefel aus einem Stück, darüber die üblichen Militär Jacken. Mit lauten harten Worten bellt Mandarin durch das Zelt. Gut das ich nicht alleine war, ob in Darchen wohl die Prostitutions Szene wächst, so wie in Zhangmu?

In einer trockenen Minute weiter zur Serlung Gompa, unserem Nachtlager und dem Ausgangepunkt der Inneren Kora.
Der Mönch freute sich offensichtlich und still als wir kamen. Wir saßen nun zu dritt aufrecht, konzentriert und adrett und schwiegen uns an, da keiner die Sprache des anderen spricht. Meine Geschenke sind Basics: getrocknete Aprikosen, Nudelsuppe in der Tüte, eine Wollmütze, Tsampa.
In dem kleinen Zimmer stehen 4 tibetische Betten an der Wand die immer sowohl als Sofa und Sitz als auch als Bett genutzt werden, mit Wollteppichen bedeckt. Mit Einbruch der Dämmerung entzündet er den Ofen mit Yakdung und kocht Wasser für den nächsten Tag.
Noch eine Nudelsuppe und ab 19.30 ist das Licht aus.  Eine Maus beginnt Ihre nächtlichen Spaziergänge an der Wand entlang.
 
In den Bergen bricht man früh auf da dann das Wetter stabiler ist, der Weg zur Inneren Kora ist lang, wir starten um 3 Uhr morgens. Es hat geschneit und der Vollmond leuchtet im Sternenklaren Himmel den Weg. Vor uns die von frischem Schnee bedeckte Südwand des Kailash, romantisch, unwirklich im Mondlicht und erhaben. Drei Stunden leichter Anstieg durch wilde schneebedeckte Geröllfelder bis wir in den eigentlichen Eingang zur Südwand kommen. Der Morgen graut.
Den Kailash selbst kann man nicht umrunden, einige senkrechte Graten gehen von Ihm ab, also ist die Innere Kora die Umrundung des vor dem Kailash gelegenen Nandi. Nandi ist Shivas Begleiter, sein Stier. Sieht man in einen Shivaitischen Tempel, so schaut man meist zuerst auf Nandis kapitalen Arsch mit zwei runden Eiern.

Es gibt keinen Weg durch die Geröllfelder, der Pfad führt entlang der Steintürmchen die von Pilgern aufgetürmt werden. Wir ahnen einen Weg und wenn nicht gehen wir einfach auf den Berg zu.
Nach ca. 8 km biegen wir links vor dem Nandi ein und gehen direkt auf die Südwand zu, die Nähe des Kailash ist gewaltig, erhaben und machtvoll, ich bin überglücklich, die Endorphine treiben mich einfach weiter, der erste Sonnenstrahl fällt auf die kleine, stets verschneite Ostwand.
Je näher wir kommen um so mehr sieht man das die Südwand in einen tiefen Trichter herabsinkt und das der Kailash so wie man Ihn immer auf Fotos mit ca. einem Drittel nach unten fortsetzt. Der ganze Berg ist eine Trichterförmige Komposition von Konvex und Konkav im Wechsel und die von Ferne glatte Wand ist von nahem aus mehreren Ebenen die in verschiedene Richtungen schräg stehen. Unter der berühmten Schneise fängt ein Schneeberg die herabstürzenden Lawinen auf und Felsschneisen rechts und links davon führen den Schnee tiefer in die Erde.

An der rechten Seite der Wand sehen wir die Gebetsfahnen und die 13 Stupas die vor mehreren Jahren restauriert worden sind. Dort geht man an die Wand um dann an der Wand entlang über die sanfte Kuppe zu gehen mit der der Nandi den Kailash verbindet.
Um dahin zu gelangen müssen wir durch ein Schneefeld das steil nach unten in den Trichter fällt. Der Schnee geht zum Teil bis zum Oberschenkel und die anstrengendste Arbeit ist es dadurch zu kommen indem man mit jedem Schritt wie eine Treppenstufe festtritt. Nach ca. 150 m Schneefeld trennt uns nur noch ein kleines Stück von der Wand, ein fast senkrechtes Felsfries das ganz vereist ist. Wir haben weder Steigeisen noch Eishacks dabei und selbst wenn so könnte ich damit nicht umgehen. Ich versuche an dem Fels einen Griff zu bekommen aber alles aus Eis und zu steil weiß ich nicht wie ich da hochkommen soll, ich kann nicht klettern, erst recht nicht nach dem Anmarsch und auf 6000 m Höhe.
Wir beschliessen zurück zu gehen durch das Schneefeld und zu warten bis die Sonne das Eis schmilzt. Trinken ein wenig heisses Wasser vom Lama und frühstücken getrocknete Aprikosen. Die Sonne kommt, es wird gleissend hell im Schnee. Nach 2 Stunden der nächste Anlauf, vielleicht geht es nun. Wieder stehe ich in diesem steilen Schneefeld an dem Felsabsatz und als mein Fuß einen Halt an einem Vorsprung sucht bringt die Sonne den Schnee an der Südwand zum schmelzen und die erste Lawine kracht 5 m neben mir mit Getöse in den Schnee.
Das wars. Wir bringen uns in Sicherheit und suchen einen Stein auf dem wir uns ausruhen und das fluminante Spektakel beobachten können das nun folgt.
Durch die starke Mittagssonne schmilzt der ganze Neuschnee und wie ein Feuerwerk kracht das Eis in die Tiefe. Es ist ein gewaltiges und dramatisches Eigenleben das der Berg führt. Und das grosse Feuerwerk der Düsseldorfer Kirmes ist nichts dagegen.
Nun denn, nur wenige Meter haben uns von der Wand getrennt und von der Vollendung der Runde. In diesem Sinne habe ich die Innere Kora nicht gemacht und dennoch fühlt es sich so an als hätten wir Sie vollendet, den tiefer an und in den Berg kann man nicht kommen als wir es waren. Einen ganzen Tag unter der Südwand zu verbringen ist das grandioseste was ich je gemacht habe. Ich bin glücklich, froh und dankbar dort gewesen zu sein.
Der Heimweg war endlos lang, wieder in der Serlung Gompa angekommen hat uns der Mönch mit schwarzem Salztee gestärkt für die restlichen Kilometer. Er drehte sich weg als wir gingen, ich glaube wir haben alle drei geweint. Abends um 19 Uhr waren wir wieder in Darchen, zu erschöpft um etwas zu essen. Erst am nächsten Tag merkte ich den Sonnenbrand auf meinen Lippen der nur langsam heilt.
Diese Nähe des Berges hat sich tief in meine Erinnerung und Zelllwände gebrannt.
Großen Dank an Pratab, meinen treuen Begleiter.

 


 

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Die Einäscherung Tenga Rinpoches

Im Benchen Kloster nahe der Swayamu Stupa in Kathmandu ist seit Wochen reges Leben. Am 30.März hat der verehrte Tenga Rinpoche seinen letzten Atemzug getan und sich in Thugdam begeben, jenen Zustand, von dem gesagt wird, dass sich das feine Bewusstsein im Herzen des Verstorbenen mit dem Dharmadhatu verbunden hat. In den letzten Tagen vor seinem Tod war er bedingt durch seine zweite Beinamputation so voller Schmerzen gewesen, dass ein stilles Liegen oder Sitzen nicht möglich gewesen war.

Doch am Ende hatte Rinpoche sich aufrecht hingesetzt, seine Atmung war besiegt, das Herz hatte auf zu schlagen gehört, und er verweilte für 4 Tage im Thugdam Zustand. Begleitet von einem heftigen Gewitter über Katmandu hatte sein Bewusstsein dann den Körper verlassen. Dieser war dann einbalsamiert worden und konnte täglich besucht werden.

 

Tenga Rinpoche hatte das Benchen Kloster wohl organisiert hinterlassen. Sein letzter Wille war detailliert und genau geäußert, sowohl was die anstehende Verbrennungszeremonie als auch die Organisation und Zukunft des gesamten Klosters angeht. Er hatte „seinen Stall“ bestens aufgestellt und aufgeräumt.

 

Rinpoche liebte das Herzsutra, und so wurden die ohnehin geplanten Unterweisungen von Sangye Nyenpa Rinpoche, einem der wichtigsten Lehrer des 17. Karmapa, über ca. 3Wochen in einem großen Zyklus gegeben. Das 800.000 Zeilen Mantra und alle weiteren, Lung, Wang und Kommentar, Einweihungen in die Weiße und Grüne Tara.

Viele Tibeter und westliche Schüler waren anwesend. Und im ersten Stock saß der Verstorbene und gab das ergreifendste Teaching durch seine Anwesenheit.

 

Dann begannen die 49 Tage der Bardo-Belehrungen und der Rituale und Rezitationen zum Geleit durch den Zwischenzustand.

Der Zeitpunkt der Verbrennung wurde auf den 18.5 festgelegt, worauf die westlichen Schüler und Freunde Ihre Flüge buchten. Die VIPS und Creme de la Creme der tibetisch-buddhistischen Welt reisten an.

Das Benchen Guesthouse war ausgebucht, die Stimmung leicht, lebendig, tief und bezaubernd.

Dann wurde zwei Wochen vor der Verbrennung wegen ungünstiger astrologischer Konstellationen der Termin um 5 Tage nach hinten verschoben auf den 23.Mai.

Viele der Angereisten konnten ihre Flüge nicht mehr umbuchen und waren dann letztendlich nicht mehr dabei. Aber auch die Tibeter waren eingeschränkt reisefähig, da Nepal kurz vor dem Termin, an dem im Parlament die Verfassung verabschiedet werden sollte, ständig durch Generalstreiks lahmgelegt war. Nichts lief, kein Auto, Bus oder Moped.

 

So war es am Tag der Verbrennung selber sehr still, weich und konzentriert.

Am frühen Morgen wurde zum Abschied der Leichnam Tenga Rinpoches noch einmal um den Swayambu Stupa getragen, ein Abschied im feucht dunstigen Morgennebel, eingebettet in eine große Menschenmenge, die dann weiter zog.

Im Hof des Benchen Klosters wartete ein fein bemalter Stupa, blütenweiß.

Drum herum Altare in den Himmelsrichtungen als Ausdruck des Mandalas der Fünf Buddha-Familien. Für die Rituale waren Lamas und Mönche platziert worden: aus dem Benchen Kloster Tsike Chokling Rinpoche, Chökyi Nyima Rinpoche und Tulku Yönten des Thrangu Klosters und die dazugehörenden Mönche.

Alle wurden mit Frühstück, Mittag und Abendbrot verköstigt, und die gelben Tüten mit dem Tsog-Opfergaben vom Vortag, an dem der Bardo-Zyklus beendet worden war, hatte jeder in der Hand.

Das Feuer wurde rasch entzündet, und ich hatte das Gefühl, dass Tenga Rinpoche bestimmt froh war, dass der ganze Prozess endlich beendet wurde. Sein Körper sah schon recht mitgenommen aus.

Es wurde sehr heiß rund um den Stupa, der das Inferno, das sich in ihm abspielte, ganz rein und weiß umschloss. Mit großer Sorgfalt wurden die Opfergaben nach und nach in das Feuer gegeben. Die Zeremonie an sich dauerte ca. 3 Stunden und hatte einen konzentrierten und zügigen Verlauf.

Danach löste sich alles langsam auf, man ging essen, pflegte Kontakte oder ruhte ein wenig nach dem intensiven Erlebnis. Das Vajra Hotel war in diesen Tagen wie eine Oase, in der sich die europäische Gemeinde versammelte, in Garten entspannte oder sich abends zum Essen traf.

Die Tage des Abschieds von Tenga Rinpoche waren wundervoll, reich und auf eine Art und Weise auch fröhlich.

Möge seine Wiedergeburt bald von Karmapa gefunden werden und zu uns zurückkehren!

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Goenka's Vipassana in Nepal

Da ich in den letzten 12 Jahren fast nur tibetischen Buddhismus geübt habe wurde seit geraumer Zeit mein Bedürfnis nach schlichter Stille sehr groß.
Keine komplexen Praktiken und Philosophien, sondern einfach den Atem beobachten und merken was geschieht.
In Europa sind die Goenka Vipassana Zentren meist ausgebucht, daher habe ich mich zum 10 Tage Retreat im nepalesischen Zentrum Dhamma Shringa angemeldet. Da sofort ein Platz frei war vermutete ich das hier das Interesse nicht so groß sei und erwartete einen Kurs von einer Hand voll junger Ausländer. Irrtum, das Zentrum ist einfach sehr groß und die Gruppe hatte eine Größe von ca. 130 Personen davon waren ca. 80 Nepalis und 50 Ausländer. Der Alterdurchschnitt lag bei 20 bis 30 Jahren. Ich war erstaunt.

Wer sich zu diesem Retreat anmeldet egal, wo auf dieser Welt findet überall die gleiche Struktur. Bevor man sich anmelden darf muss man die Disziplin Regeln mehrmals lesen und genau prüfen ob man sich das zutraut und durchhalten kann. Man kann das Retreat nicht abbrechen darauf wird mehrfach hingewiesen, sondern hält die 10 Tage durch. So wie man auch bei einem Krankenhaus Aufenthalt nicht heim geht wenn es zu weh tut.

Mit Eintritt in das Zentrum welches traumhaft am Eingang des Shivapuri Nationalparkes mit Hanglage und Blick über das Kathmandu Tales gelegen ist gibt man alles ab: Geld, Handy, Pass, Schreibsachen, Bücher, IPad...
Mitnehmen darf man Kleider, Bettwäsche, Toilettenartikel und Medikamente.  
Es gilt nolbes Schweigen, keine Kommunikation, auch kein Blickkontakt. Männer und Frauen sind in getrennten Bereichen untergebracht, der Tagesablauf ist für 10 Tage gleich.
Aufstehen morgens um 4.00 Uhr abends Licht aus um 9.30 Uhr.  
Es gibt ein Frühstück morgens um 6.30 Uhr und ein Daal Bhat, das übliche Reis, Linsen Gemüse Mahl um 11 Uhr. Das war‘s.
Dazwischen sind 10 Stunden sitzende Meditation in der abgedunkelten Meditationshalle. Die Pausen zwischen den Sitzungen betragen genau 5 Minuten, abends ein Vortrag.
Man könnte ja auch erst mal mit kürzeren Zeiten anfangen oder das viele Sitzen mit Gehmeditationen auflockern, aber nein, indische Pädagogik geht anders.
Goenka lehrt eine Form der Vipassana Meditation aus Burma die sich am Pali Kanon orientiert den ursprünglichen Lehrreden des Buddha und sich hier auf das große Sutra der vier Grundlagen der Achtsamkeit bezieht, das Maha Satipatthana-Sutta sowie der Rede vom bewussten Ein- und Ausatmen, dem Anapanasati Sutta. Dharma von der Quelle sozusagen. In den Video Lehrreden am Abend rollt er den Dharma von der Basis in allen Punkten her auf: die erste Lehrrede von den 4 edlen Wahrheiten, eine starke Betonung der Ethik, die Entwicklung von Sammlung und Weisheit und viele Geschichten aus Buddhas Leben.

In den ersten drei Tagen wird der Geist geschärft indem der Atemstrom an einer kleinen Stelle am Naseneingang beobachtet wird. Ab dem vierten Tag wird das Bodysweping eingeführt, d.h. zuerst an der Hautoberfläche, später auch im Körper selbst von oben nach unten und von unten nach oben den Körper zu „scannen“. Dabei liegt die Achtsamkeit auf dem beobachten der Körperempfindungen wie Wärme, Kälte, Druck, Pulsieren, Strömen, Ziehen...
Die Meditationstechnik ist eine Form der Konzentration die bewusst vor den meditativen Vertiefungen bleibt (die Ayya Khema so wunderbar lehrte), weil in der Strahlkraft und tiefen Ruhe der meditativen Vertiefungen die drei Daseinemerkmale nicht mehr gespürt werden und die Anhaftung an diese schönen Zustände zu groß ist. Aber um die drei Daseinsmerkmale geht es hauptsächlich, allem voran um den Wandel (Anicca). Alles was ist auf dieser Welt erkennen wir daran das es sich verändert (Anicca), das es nicht wirklich und dauerhaft uns erfüllt (Dukkha) und das es kein unabhängiges Selbst hat (Anhatta).

Der wichtigste und ausschliessliche Aspekt dieser Meditation ist es die körperlichen Empfindungen zu bemerken ohne darauf zu reagieren, sondern den Aspekt der Veränderung zu betrachten -Anicca-. Kein Schmerz und kein Strömen bleibt lange Zeit so wie es ist. Das hat Goenka in jeder Anweisung immer wieder betont. Es geht bei der Meditation nicht um angenehme Gefühle (deshalb werden die meditativen Vertiefungen wohl auch vermieden) sondern darum eine Gleichmütigkeit zu entwickeln die angenehme wie unangenehme Eindrücke als das Gleiche betracht, nämlich von einer vergänglichen Natur.
Man trainiert auf angenehme Gefühle nicht mit haben wollen und behalten zu reagieren und auf unangenehme Gefühle nicht mit Aversion und los werden wollen. Auch die bis jetzt nicht bemerkten Empfindungen sollen bemerkt werden. Da die tiefsten Ebenen unseres Geistes unmittelbare Reaktionen auf unsere Körper Empfindungen sind, wird hier der Geist an seiner Wurzel trainiert. Eine intensive und anspruchsvolle Praxis unmittelbar an den drei Grundgiften des Geistes: Haben und behalten wollen von angenehmen Empfindungen z.B. Strömen, Leichtigkeit, Durchlässigkeit, Helligkeit; loswerden wollen und Ärger auf unangenehme Empfindungen wie Stauungen, Schmerz, Druck, Dunkelheit... und nicht bemerkte Empfindungen zu bemerken, also Überwindung der Ignoranz.
In dieser Praxis wird nichts benannt, nichts gezählt und auf Gedanken nicht weiter geachtet, es gibt keine Mantren, Affirmationen oder Sätze, auch geht es nicht um die Natur des Geistes, sondern um das zähmen der drei genannten Geistesgifte. Es ist eine rein auf die Körperempfindungen konzentrierte Methode.
Dafür sind natürlich die Schmerzen in den Knien und Hüften die automatisch auftauchen wenn man plötzlich 10 Stunden am Tag still am Boden sitzt bestens geeignet. Ab dem vierten Tag kommt die Anweisung drei Sitzungen am Tag sich für eine Stunde nicht zu bewegen. Die Beine werden weich und am besten Sie schlafen ein, dann ist der Schmerz für die Dauer der Sitzung nicht mehr so schlimm. Und in der Tat, ab dem siebten Tag geht es schmerzfrei und mühelos, ich hab mich einfach durchgesessen.
Ein Retreat für die die es wissen wollen. Es ist anstrengend, herausfordernd und nüchtern.
Ein Hauch von Kontrolle durchweht das ganze Ambiente. Eine unaufdringliche, zurückhaltende Kontrolle der Dharma Helfer die allgegenwärtig und sehr angenehm ist und das Einhalten der ethischen Regeln und Disziplin leicht macht. Keine Frage sitze ich morgens um 4.30 auf dem Kissen. Keine Sitzung habe ich geschwänzt, das ist mir noch nie passiert.

Das ganze Retreat kostet nichts, es ist rein auf Dana (Spenden) Basis und am Ende des Retreats darf man eine Spende geben. Ein kluger und gut funktionierende Schachzug, nicht nur in der Tradition der Großzügigkeit und das der Dharma nicht mit Geld zu gezahlen sei, sondern man hat auch keine Möglichkeit sich zu beschweren.

Und, wie ist es mir damit gegangen? Puh, in den ersten Tagen haben meine Hüften geschrien wenn Sie das Kissen nur gerochen haben und der Schmerz in den Knien hat auch in den letzten beiden Tagen erst aufgehört. Der Koffeinentzug, eine Ernährung mit wenig Obst und das viele sitzen hat dazu geführt das meine Verdauung Ferien gemacht hat, der Betrieb war geschlossen. Das fühlt sich nach ein paar Tagen echt Sch... an.
Auch ging mein Blutdruck stellenweise so runter das ich kaum wach bleiben konnte. Es gab mehr als genügend Eindrücke in meinem Körper um Gleichmut und zu üben - puhh.
Aber auch so schöne Momente, morgens um 4.30 Uhr wenn die Lerche sang, die Stille in der Halle bei so vielen Menschen, das Morgenlicht in dem schönen Garten in dem Frühlingsgrün der Pflanzen und endlich nach ein paar Tagen als mein Affengeist endlich aufhörte permanent zu quatschen und still wurde - wunderbar.
Sehr geholfen ht mir mein Wissen von Ayya Khema, Fred von Almen und anderen guten Vipassana Lehrern im Westen die die Lehren und Meditationstechniken für mich und wohl für Westler überhaupt anders aufbereiten und ein umfassenderes Verständnis legen als es Goenka tut. Ohne diesen Hindergrund wären mir die Einweisungen in die Methode zu wenig, schlecht und ungenau gewesen und ich wäre vermutlich abgeschweift.
Es gibt so wunderbare und erfahrene Lehrer und Zentren in Europa, ob man da diese sehr ursprünglich Art mit der radikalen Disziplin braucht ist die Frage. Wohl nicht umsonst waren es fast nur junge Leute.
Aber dennoch, ich glaube ich mache es wieder, ich seh das sportlich.

Wer sich für dieses Retreat interessiert geht zu
http://www.dhamma.org
Ansonsten findet Ihr gute Vipassana Retreats z.B. in Beatenberg mit Fred von Almen, oder im Buddha Haus oder Ihr Googelt einfach.

Morgen kommt die Gruppe, jetzt geht‘s zum Kailash, da feiere ich meinen 50. Geburtstag. Das Retrat war zwar nicht gerade die optimale Vorbereitung für Trekking in der Höhe, dafür ist der Geist tief und klar und ich bin so dankbar für dieses schöne Leben das ich zur Zeit leben darf.
Ich wünsche euch einen zauberhaften Mai.

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Der Tod der Rinpoches

Nun geht die erste Generation der grossen tibetischen Lehrer die noch in Tibet geboren wurden und ausgebildet sind. Im Alter von 81 Jahren verstarb am 29.3. 2012 Tenga Rinpoche nach einem langen Leiden an einer Diabetes die im Laufe der Zeit zum Amputation von beiden Beinen geführt hat, eines Fingers und dem Verlust eines Auges. Er war der fünfte in den letzten Monaten, der seinen sterblichen Körper verlassen hat:

Da Tenga Rinpoche viele Jahrzehnte in Deutschland lehrte und viele Menschen zum Dharma inspirierte und da der Dharma einfach hilft und heilt,  ist nicht nur die tibetische, sondern auch seine deutsche Shanga groß und voller Hingabe und Liebe.
Ich habe Ihn 2011 in seinem traditionellen Osterkurs erlebt, hier in seinem Heimatkloster der Benchen Monastery die zu Füßen der großen Swoyambu Stupa gleich bei mir um die Ecke liegt. Viele seiner deutschen Schüler reisen seit Jahren für diesen jährlichen Kurs nach Nepal um seinen Segen zu erhalten und seinen Belehrungen zu lauschen, die diesmal um die 4 kostbaren Gedanken gingen die den Geist auf den Dharma gerichtet halten: Die Kostbarkeit der menschlichen Existenz, Vergänglichkeit und Tod, Karma und das Leiden in Samsara, dem Rad der wiederkehrenden dualen Existenz.
Unbeeindruckt von den Schmerzen und Verfall seines Körpers lehrte der zarte Mann im Rollstuhl täglich viele Stunden und führte und leitete das Kloster dessen spirituelles Oberhaupt er war.
Einige Tage vor seinem Tod regelte er alle Angelegenheiten, verfügte das die prominenten Aktivitäten wie die jährlichen Maskentänze weitergehen sollen und nach dem Ort und der Zeit seiner Wiedergeburt gefragt, verwies er auf den Karmapa der das sehr klar wissen werde. Dann setzte er sich in eine aufrechte Meditationshaltung die Ihm vorher schon lange nicht mehr möglich war und ging in den Zustand der Kudung genannt wird. Das bezeichnet einen Zustand an dem man die Grossen Verwirklichten erkennt: Die Atmung hört auf und das Herz hört auf zu schlagen, der Geist verweilt im Herzen, vereint und ruhend im Dharmata, dem höchsten offenen Gewahrsein. Das Herz wird nicht kalt und Rinpoches Körper blieb so lange in dieser aufrechten Haltung stabil bis der Geist aus dem Herzen entschwand. Nach 5 Tagen, am Dienstag den 3.4. verliess Rinpoche seinen Körper, es war ein dramatisch schwarzes Gewitter über Kathmandu und danach ein frischer Sonnenstrahl. Dann sankt sein Kopf auf die Brust und zwei Tropfen kamen aus der Nase. Ab dann kann der Körper theoretisch verbrannt werden. Die Verbrennung Tenga Rinpoches ist jedoch auf den 18.5. festgelegt, etwas mehr als die klassischen 49 Tag die der Geist nach den Lehren des Bhardo Thödol, dem tibetischen Totenbuch im Zwischenreich verweilt. Tausende von Menschen werden der Zeremonie beiwohnen. Wir kommen deswegen einige Tage früher vom Kailash zurück. Bis dahin ist Tenga Rinpoche nun im kleinen schönen Tara Tempel aufgebahrt und man kann Ihn besuchen.

Gestern durfte ich bereits bei einer Verbrennung dabei sein, es war Drubdgen Rinpoche, der nach seinem Tod über Wochen in Kundung verweilte.
Auf dem Klosterhof wurde eine Verbrennungsstupa gebaut, geschmückt mit Blumen, den 8 Glückssymbolen, Khatakhs...
Der kleine trockene Körper mit einer Krone geschmückt in edle Tücher gehüllt, das Gesicht umwickelt immer noch in Meditationshaltung sitzend wurde in den Ofen getragen.
Öl getränkte Holzscheite und Räucherwerk wurden drum herum gelegt, die Öffnung wurde zugemauert und unten an den Füßen der Stupa von allen vier Richtungen das Feuer entzündet. Wer an welchen Teil dieser umfangreichen Zeremonie beteiligt sein darf ist vorher genau festgelegt und würdigt und stärkt Beziehungen und Verbindungen aus spirituellen, politischen und persönlichen Gründen.
Zuerst kam starker Rauch aus der Stupa, als die Luft darüber sich erhitzte gab es einen Moment in dem ich wusste da der Geist am silbernen Faden den Körper endgültig verlassen hat. Dieses Moment war sehr klar und stark.
Dann wurde weiter Öl ins Feuer gegeben und nach und nach die grossen Schalen mit den Opfergaben. Mit jeder Opfergabe ist ein Wunsch verbunden für eine gute Inkarnation im nächsten Leben. Es waren kiloweise Reis, Mehl, Gerste, Bohnen, Erbsen, schwarzer Sesam, Butter. Die Stupa stand in hohen Flammen und alles hatte eine starke Magie und Ausstrahlung. Wir waren über Stunden völlig im Bann des Geschehens.
Dies ganze Geschehen wurde mit einer umfangreichen Vajrasattva Sadhana begleitet, mit den bekannten tiefen monotonen Gesängen, Trommeln, Becken und Muschelhörnern.
Das Feuer-Agni- aus guter alter vedischer Tradition ist das Vehikel das den Zustand und die Opfergaben transformiert und der dahinter liegenden in diesem Falle buddhistischen Gottheit zuführt.
Nach diesem intensiven Geschehen gab es den Leichenschmaus und da die Klöster darauf eingerichtet sind große Menschenmassen zu verköstigen wurde in riesigen Kesseln und Schüsseln Daal Badh, das nepalische Nationalgericht an alle üppig verteilt.

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Da ist es: 2012

Jetzt sind wir drin in diesem vielgefürchteten Jahr 2012,
keine Angst, die Welt wird nicht untergehen also bezahlt eure Rechnungen ruhig weiter, aber was hat es auf sich damit? In letzter Zeit rede ich häufig mit Medizinern, "spirituellen" Menschen und anderen darüber. Eine Reiseteilnehmerin berichtete aus Ihren Canneling Erfahrungen das aus dem Universum neue Strahlen in die Erde kommen, einer der Einstrahlungsorte wird der Kailash sein - Das glaube ich sofort!!
Das Magnetfeld der Erde hat sich in den letzten Jahren abgeschwächt, das und andere Umstände geben den Weg frei für andere Frequenzen und Resonanzen auf der elektromagnetischen Ebene. Wenn das Erdmagnetfeld Schwankungen unterliegt macht das starke Eindrücke auf unser Bewusstsein, da unser Hormongefüge wie Serotonin und Melatonin auf diese veränderten magnetischen Felder reagiert und somit unser Bewusstsein verändert. In 2012 werden starke Sonnenstürme erwartet (Polarleuchten), die durch das schwächere Erdmagnetfeld unmittelbar in unsere Atmosphäre gelangen und erhöhte Gamma Strahlung mit hinein bringen. In Zukunft werden wir nicht nur mit einer globalen Wetterlage zu tun haben, sondern müssen den kosmischen Wetterbericht mit einkalkulieren. Die Erde ändert sich, die Sonne ändert sich und Wir ändern uns auch. Alles dies wirbelt die morphogenetischen Felder stark durcheinander und wir sind gefordert mit unserer eigenen Elektrizität darauf zu reagieren. Wo sind wir denn elektrisch? In unserem Nervensystem und den Neuronen am meisten. Wissenschaftler haben entdeckt das es Neuronen für das Herz gibt!! Das Herz ist das Organ in dem die Transformation geschieht. Und unsere Sicht auf die Welt wird zunehmend mit der Zirbeldrüse gesehen anstatt mit den Augen.
Wir sind hier um immer komplexere Erfahrungen zu machen, dafür haben wir einen Körper der sehr differenziert und anpassungsfähig ist. Also können wir uns leider nicht damit herausreden das wir uns im nächsten Leben als Plankton Wiedertreffen, sondern müssen die Suppe der immer komplexeren Welt und Information weiter löffeln. Das könnte dazu führen das wir in einem evolutionären Zeitraum von einer Kohlenstoff Dominanz mehr zu einer Silizium Struktur mutieren, jenes Material das in der Computertechnologie verwendet wird und wesentlich mehr Informationen speichern kann. Wie sich Emotionen, die immer auch etwas mit Feuchtigkeit zu tun haben in einer Kristallstruktur anfühlen, wie Asanas damit möglich sind und das Liebesspiel, das bleibt abzuwarten. Aber das ist ein Sprung der hat noch Zeit, Durch eine  Praxis der stillen Meditation werden all diese Entwicklungen auf geschmeidige Weise begünstigt. Phänomene die früher als die außergewöhnlichen Siddhis galten werden normaler, also müssen wir dringend unsere Vorstellung von "normal" erweitern. Die erste Phase war die weltweite Kommunikation über das Festnetz, die zweite über das Kabelfreie Handy und Internet, die dritte Phase wird sein das wir direkt mit anderen „from mind to mind“ in Verbindung treten. Auch wird mit Neptun in den Fischen die Erfahrungen des Göttlichen möglich, des Urvertrauens und „einer Liebe die kein weil“ kennt um mit Ayya Kheams Worten zu sprechen die auf diese Weise sehr einfach die Metta Bhavana beschrieb, die bedingungslose Liebe, die Allumfassende und nicht auf eine Person oder Objekt gerichtete. So können wir nun Sucher und Finder der Klarheit hinter allen Nebeln und Schleiern werden. Die Kunst und echte Spiritualität blüht auf, nur noch die Dinge die für uns stimmen werden wir leben können und unsere Intuition und kreative Inspiration erhält einen ordentlichen Aufschwung. Wer an alten Vorstellungen von  Kontrolle und Hierachien und Macht festhält könnte es schwierig haben. Miteinander und Verbundenheit sind gefragt. Junge Menschen haben das schon begriffen und neue Berufe gehen darauf ein wie „global Change Managemant.“
Dramatische Weltuntergangs Propheten sagen das mit starken Sonnenstürmen auch bisher im Laufe der Evolution (im Rhythmus von 63 Mio. Jahren) ein Artensterben einher gegangen ist. Da sind wir schon mitten darin und das kriegen wir Menschen auch ohne Sonnenstürme hin. Da muss man nur an das genmanipulierte Saatgut des Monsantos Konzerns zu denken der nicht nur tausende von Kleinbauern in den Ruin treibt sondern auch zum Aussterben heimischer Arten führt oder an die Rodung des Amazonas und die Wiederaufforstung durch Eukalyptus Monokulturen.Wir kriegen das wohl nicht mehr mit, aber am Rande einer evolutionären Klippe zu stehen wo Homo sapiens sapien sich stark ändern wird ist doch auch nicht so schlecht, oder?
Es sind spannende Zeiten, wir werden sehen.

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Männer, Frauen, Motorräder

Eigentlich hatte ich mich zu einem Goenka Vipassana Meditations Kurs in Kathmandu angemeldet, aber der Tagesablauf in diesen Kursen, der standarisiert überall auf der Welt gleich über 10 Tage geht, hat mich in dem nun schon recht kühlen Kathmandu abgeschreckt.

Um 4 Uhr morgena aufstehen - bbrr und mit den kalten Knochen auf dem Kissen sitzen - autsch. Um 12 Uhr gibt es die letzte Mahlzeit - nene, das mache ich gerne wenn es wieder etwas wärmer ist in dieser magischen Stadt. Also habe ich umgebucht und verbringe 11 Tage Strandurlaub in Goa, dem indischen Ferienparadies wo endlose Sandstrände, ein weiches Meer und tägliche Massagen die Sinne verwöhnen.

Apropos Ferienparadies: Kaschmir geht es wieder gut!! Obwohl ich nur einmal dort war liegt mir Kaschmir sehr am Herzen, wahrscheinlich wegen meines damaligen kaschmirischen Liebhabers anfang der 90er. Kaschmiris sind gute Händler und ebenfalls wie die Newaris brilliante Kunsthandwerker und Künstler. Die feinsten Stickereien, Malereien und Schnitzereien kommen aus Kaschmir. Es sind sehr schöne Menschen und kernige Männer. Leider war Kaschmir 25 Jahre in einem unentschiedenen garstigen Krieg (über den man in Europa kaum was erfahren hat). Um so mehr freut es mich das nun der Tourismus dort auf den Lotusseen wieder blüht und die Hausboote ausgebucht sind. Kaschmir atmet auf wie wunderbar.

Zurück zu Goa, die Inder glauben überall Party haben zu müssen und das eigentliche Folterinstrument Asien sind schlechte laute Boxen. In jedem Restaurant läuft laute Teckno und Disco Musik, es fehlt Ihnen das Gefühl für die leisen Töne.

In Bodhgaya z.B. dem kleinen Ort in Bihar, in dem Buddha unter dem Bodhi Baum Erleuchtung fand gibt es Hänger zu mieten, die von einem Traktor gezogen werden. Diese Hänger bestehen nur aus Lautsprechern und Boxen und sie werden für Geburtstage, Hochzeiten o.ä. gemietet. Dann fahren sie damit durch Bodhgayas Strassen bis in die frühen Morgenstunden und terrorisieren mit Ihrem Tecko Sound die Pilger, Ordinierte und Dorfbewohner nur damit einige wenige betrunkene Männer dahinter her tanzen (klar - die Frauen tanzen nicht).

Und wie so oft in Indien nehmen es alle gelassen hin.

Ebenfalls mit Gelassenheit reagiert keiner wenn sich agressive junge Typen auf ihren Mopeds durch eine Fussgängermenge hupen, ach ja, die Hupe ist ein weiteres Folterinstrument.

Sie ist die wichtigste und fast einzige Verkehrsregel. Würde hupen verboten bräche alles zusammen, auch ein beliebtes Mittel aufgestaute Agressionen los zu werden und auch die gibt es hier reichlich, oft aus sexuller Frustration. Nicht nur das immer noch die Eltern über das Zusammenkommen von jungen Paaren massgeblich entscheidet und das Kastensystem, sondern auch eine andere Dynamik zeigt Früchte. Da Eltern mit einer Tochter keine Zukunft haben, da diese in die Familie des Mannes vergeben wird und die Mitgift oft sehr hoch ist,

da jeder einen Stammhalter haben möchte und Frauen das Geschlecht zweiten Ranges sind (wenn überhaupt), so werden Mädchen gerne abgetrieben oder anderswie "entsorgt".

In den Dörfern ist das noch ausgeprägter als in den Städten.

In China gilt das gleiche, durch die Ein Kind Politik noch verstärkt.

So findet man nun junge Männer in grosser Zahl die alle keine Frau finden weil es keine gibt. Dafür gibt es nur noch Stammhalter. In 2020 werden ca.50 Millionen Chinesen keine Frau finden - welch ein Frust kommt da auf. Auf diese Weise werden sich die bevölkerungsreichsten Länder der Welt von selbst dezimieren.

Mit der gleichen Intensität mit der Vodafone hier in Indien wirbt sollte man eine Kampagne fahren in der den Menschen klar gemacht wird das das Geschlecht eines Babys durch die x/y Chromosome des Mannes bestimmt wird und nicht durch die x/x Chromosome der Frau. Das würde die Frauen dramatisch entlasten.

In was für einem gleichberechtigten Land leben wir in Deutschland!

 

Und dennoch, die Inder sind auch wunderbar, die strahlenden Zähne in der dunklen Haut, die Freundlichkeit und Leichtigkeit, die Liebe zum Chaos und das ewige "maybe" macht Unwägbares und Spontanes normal und möglich.

 

Doch nochmal eben zu Goa, nun war ich das erste mal dort aber viele die schon lange nach Goa kommen meinen das der Ort an dem ich gelandet bin der schönste sein an der Küste. Wenn Ihr also mal einen Strandurlaub machen wollt in Goa so fahrt an die Colva Beach. Ich war im Languinos Ressort direkt am Strand für ca. 50,-€ die Nacht. Aber es gibt auch viele Unterkünfte für weniger Geld.

Zwischen 5,- und 500,-  Euro findet man dort alles an Schlafplätzen.

Es ist ein Traum, 47 km Sandstrand und weiches Meer lassen einen richtig runterfahren. Hier in Colva kann Frau im Bikini sein ohne von Gruppen indischer Männer angegafft zu werden (oder nur selten), Alkohol und Zigaretten rauchen ist in der Öffentlichkeit möglich was sonst in den meisten Teilen Indiens verpönt oder verboten ist (auch nicht schlecht).

Die Menschen sind freundlich, nur die Händlerinnen die einem in Scharen Ihre weniger guten Stoffe und billigen Schmuck verkaufen wollen sind etwas lästig.

Jetzt bin ich gerade in Delhi auf dem Rückflug und spüre die Strömungen des Meeres in meinen Adern pulsieren - wie gut hat das getan.

Ich wünsche euch gesegnete Weinachten und freue mich auf Deutschland

 

 

 

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Rishikesh

Shiva in Rishikesh
Shiva in Rishikesh

 

Zwischen zwei Touren „Buddha Steps“ nach Delhi – Varanasi – Bodhgaya fuhr ich einige Tage nach Rishikesh. Man nimmt den Zug von Delhi ca. 5 Std. nach Haridwar, von dort mit dem Taxi nach Rishikesh.

Indiens Bahn hat das dritt längste Schienennetz der Welt und auf den Bahnhöfen lernt man das echte Indien kennen. Nichts für sensible Nasen, Ohren, Augen und saubere Hosen aber eine weit verbreitete Art zu reisen. Wenn ich dann morgens um 5.30 im Halbdunkel auf dem Bahnsteig stehe und graue in Decken gehüllte Gestalten erheben sich aus dem Schlaf und beginnen Ihre erste Bettelrunde und strecken Ihre Armstümpfe aus – puhh das ist immer wieder mühselig.

Aber ich wollte nicht in Delhi bleiben, es ist ein halbmoderner 14 Millionen Moloch und für mich hat die Stadt über der die typische asiatische grau gelbe Großstadt Dunstglocke hängt kaum Flair, obwohl mich das National Museum of India am Janpath mit seiner großen Skulptur und Malerei Sammlung richtig begeistert hat.

Ich bin etwas Großstadt müde, es sind einfach sehr viele Menschen. Varanasi ist chaotisch, bunt, laut, dreckig und überall tritt man in Kuhscheiße. Ich halte die Tiere nicht für heilig sondern für verwöhnt und doof. Als ich das einer Kuh gesagt habe die sich auf einer übervollen Hängebrücke in Rishikesh breit machte so das keiner mehr durchkommt (man versucht auch die Tiere nicht zu berühren und jeder macht Platz) hat sie mich angeschaut und auf mein Kleid gerülpst – blöde Kuh!!

 

Rishikesh liegt wunderbar am Eingang des Himalaya. Hier kommt die heilige Mutter Ganga gletscherblau von den Bergen geflossen, hier ist Sie breit wie die Mosel und hat eine starke Strömung. Morgens und abends weht ein kraftvoller Wind das Tal hinab und bringt frisch milde Luft von Nanda Devi und Kailash. Auch die kühlen Nächte zeugen von den nahen Bergen. Grosse Vishnu und Rama Tempel ziehen Ströme von indischen Pilgern an, die alle über diese besagt Hängebrücke laufen. Viele Yoga Ashrams indischer Gurus und Yoga Traditionen locken hingegen ein interessantes junges internationales Yogapublikum an. Man kann in einem Monat ein Teacher Training machen (die 200 Std. Yoga Alliance Ausbildung) oder sich im Maharishi, Bakhti, Kriya oder Shivananda Yoga Ashram einloggen. Einige folgen einem festen Lehrer, andere schnüffeln in die Klassen von Iyengar, Hatha oder Asthanga Styl. Das habe ich auch getan. In einem wunderbaren lichten Yogaraum direkt an der Ganga, groß, neu, sauber, in der Yoga and Meditation Association of India habe ich alle 3 Public classes besucht.

Morgens 2 Stunden Hatha Yoga, abends 2 Stunden Asthanga die erste Serie, danach Pranayama und Meditation. Ach wie gut hat das getan mal selber wieder beübt zu werden und es war lustig zwischen diesen wachen und lernbegierigen 25 Jährigen zu üben.

Klar das der Lehrer sieht das ich erfahren bin, klar das ich gefragt habe ob er nicht einen Senior Teacher für seine Ausbildung braucht, klar das ich eine Probestunde unterrichtet habe, klar das alle begeistert waren, klar das ich einsteigen könnte.

Immer wieder schön Chancen und Perspektiven zu haben auch wenn es das entscheiden schwer macht – mal sehen.

Dieweil vertiefe ich mein Verständnis über die Indische Kultur und Religon und finde dieses Land immer noch sehr spannend. Dennoch gehört meine Liebe nach Nepal und Tibet auch wenn es in Kathmandu an Wasser fehlt. Apropos, nach der nächsten Tour wollte ich eigentlich nach Kathmandu für 17 Tage (soviel Tage habe ich dieses Jahr noch auf Touristen Visum Basis) aber ich werde umbuchen und Strandferien in Goa machen. Der Gedanke sprudelt wie Champus in meinen Adern saubere Luft und Ozean. Danach freue ich mich auf Zimtsterne und Glühwein und Weinachten zu hause.

baden in clean mother Ganga
baden in clean mother Ganga
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Kailash mon amour

Seit drei Tagen wieder in Frankfurt schreibe ich diesen Artikel bevor alle Freunde mich fragen "Wie wars?" und nach 5 mal erzählen die Energie verpufft ist:

 

Im Mai/Juni habe ich die Saga Dawa Tour zum Kailash geführt und mit einem Monat Pause  im Juli/August die gleiche Runde noch einmal. Die Reise die immer noch einen Monat dauert ist nach wie vor eine brilliante Komposition und die Route bezüglich der Höhenaklimatisation und der unterschiedlichkeit der Eindrücke ein kleines Kunstwerk. Nach wie vor sehr anstrengend wird der Trip dennoch immer komfortabler.

 

Früher hatte ich alle Hände voll zu tun die Gruppe zu beruhigen wenn der Flug nach Simikot nach 5 Tagen immer noch nicht ging. Maoistischen Rebellen (die heute in Nepal an der Regierung sind) nahmen überteuerte Wegezölle von den Touristen  (100$ pro Person). Ich musste die Tibeter ermuntern die kaputten Blattfedern Ihrer Jeeps mit einer alten Schuhsohle zu flicken anstatt wild zu debattieren, die Gäste aufbauen nach einer langen und anstrengenden Fahrt über die unbefestigten und staubigen Pisten, den versoffenen Fährmann überreden seine Fähre über den Tsangpo anzuwerfen obwohl die chinesische Regierung im entfernten Bejing verfügt hat, das alle Fähren im Hochwasser Monat August geschlossen bleiben. Zu guter letzt mussten alle die Nerven behalten weil auf der Rückfahrt, bereits auf der nepalischen Seite nochmal eben 12 Erdrutsche waren. So waren wir alle froh, heil und lebendig wieder im schönen Hotel Vajra in Kathmandu anzukommen zu sein und morgens einen frischen Obstsalat essen zu können. Wir hatten alle Angst und das mit gutem Grund und wir waren alle wütend und auch das zu Recht.

Tut mir leid wenn ich nostalgisch werde aber so habe ich die Kailash Reise viele Jahre erlebt geleitet und geliebt.  

 

Nun ist die Asphalt Landebahn in Simikot fertig und wir müssen selbst im Monsoon kaum länger als einen Tag warten weil die Landebahn nicht mehr abtrocknen muss bevor ein Flieger geht. Ebenfalls hat China in der letzten drei Jahren Milliarden von Yüan in den Ausbau der Infrastruktur von West Tibet investiert, so das nun dieses Jahr die Asphals Strasse von Ali der Hauptstadt im Westen bis Lasha auf einer Strecke von 900 km fertig ist. Sie wird von Stromleitungen flankiert und auf den Hügeln stehen Handy Masten. Die Rückfahrt die früher 5-6 Tage gedauert hat legen wir nun in 2 Tagen zurück und haben somit noch genügend Zeit den Manasarowar See zu umrunden ( was ich persönlich langweilig und anstrengend finde, meistens habe ich dann die Nase von der Höhe auf 4700 m bereits voll).

Heute kommen die gruppendynamischen Prozesse sowie die körperlichen und psychischen Turbulenzen mehr in den Vordergrund (nicht das wir früher nicht krank waren und neurotisch waren, aber es war nicht so wichtig). Es werden Führungsfähigkeiten gefordert die nicht nötig sind und systemisch therapeutisches Können das ich da oben nicht habe. Die zwischenmenschlichen Begegnungen waren z.T. herb, andere sehr bereichernd. Kailash bleibt die Meisterrunde auf vielen Ebenen auch wenn ich nicht immer alle Hürden bestehe.

 

Ich erinnere noch Zeiten in Darchen, dem Dorf und Ausgangspunkt der Kailash Kora wo ich zum scheissen einfach raus aufs Hochplateau gelaufen bin und hinter einer Brennessel bis auf ein Rudel wilder Hunde meine Ruhe hatte mit einer grandiose Sicht auf die Seen, das Gurla Mandata Massiv und die unendliche Weite. Die öffentlichen Klos in Darchen und Tibet überhaupt haben sich nicht geändert, man findet Sie dem Gestank folgend 300m gegen den Wind. Jetzt ist Darchen noch mehr verdreckt und so gewachsen das ich nicht mehr aus dem Dorf rauskome wenn ich muss. Selbst wenn, müsste ich an mehreren Police Stations und Checkpoints vorbei und würde mich neben eine neue Baustelle hocken. Die Tibeter ändern Ihren Lebensstil, es entstehen Motorrad Clans mit bunt geschmückten Maschinen und schöne traditionell gekleidete Nomaden Frauen fotografieren mich mit Ihren Handys.

 

Seit ein paar Jahren vergibt China in großen Mengen (ca. 100.000) Permits für Pilgerreisen zum Kailash an Indien. Von der Indischen Regierung werden Sie an die Bevölkerung verlost wie bei den Amis die Green Card. Inder reisen  in grossen Gruppen von  70 - 120 Personen. Die indischen Reiseagenturen die sich auf diese Route spezialisiert haben stecken die Pilger in eine meist zu grosse bodenlange Daunenjacke und darunter schauen Flipflops und Saries hervor. Oft nicht sehr sportlich und auf die Höhe nicht vorbereitet werden die erschöpften Menschen auf Pferde gehievt und um den Kailash transportiert. Danach nochmal eben die Füße in den heiligen See Manasarowar halten und heim gehts. Unsere Agentur hat gelegentlich Probleme Jeeps und Fahrer zu bekommen oder Zimmer in Guesthäusern, weil alles von den Indern ausgebucht ist.

Die große Prominenz die Tibet und der Kailash in den letzten Jahren in den westlichen Medien hatte zeigt kaum Niederschlag am Kailash. Wo seid Ihr alle die Ihr so gerne dorthin wollt? 

DasTraurigste wird oft von den Tibetern selbst veranstaltet.

Im Mai noch ganz in den Anfängen so war im August die Strasse um den Kailash schon halb fertig. Es sind Tibeter, allen vorran der Rimpoche der Drira Puk Gompo an der Nordseite des Berges der den Bau der Strasse fordert, fördert und z.T. finanziert. In wenigen Jahren wird Kailash ein spiritueller Disney Park sein und die Inder können vielleicht mit einem Bimmel Bähnchen um den heiligen Berg. Die Entwicklung ist rasend schnell und ohne Wiederstand. Es bricht mir das Herz wenn ich die Bulldozer und Bagger auf der Kora sehe die Erdmassen bewegen und Strommasten aufstellen. Es bricht mir das Herz wenn ich sehe wie die Tibeter die wundervollen heißen Quellen in Tirtapuri, einem der 24 geheimen Orte der Dakinis und starke Padmasambava Caves, das Wasser in betonierte Becken einfangen, in einer langen Pipe in ein abgelegenes Badehaus leiten in dem man Holzwannen mieten kann, die nach 2 Jahren bereits verrottet sind. Es bricht mir das Herz weil ich Romantikerin bin und eine langjährige Liebesbeziehung zu einem wilden, unberührten und unbezähmten heiligen Gebiet hatte.

"Ke Gane" - "what to do", mit diesem typisch nepalischen Kommentar werden die dramatischsten Ereignisse schicksalsergeben mit einem Achselzucken entgegengenommen. 

Und dennoch bleibt diese Reise ein Juwel und nach wie vor erlebenswert. Dies war nun meine 12te Runde und nächstes Jahr nach der 13ten im April kommt die innere Kora, die in einem Tag gemacht wird da es keine Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Man ist lange auf 6000 m und geht über Geröll und Eismoränen. Ob danach mein Kailash Kapitel für dieses Leben geschlosssen wird oder nicht wird sich noch zeigen.

 

Kathmandu

Der Monat zwischen den beiden Kailash Touren war von einigen Verlusten geprägt, zuerst habe ich mein Handy mit allen Nummern in einem Taxi liegen lassen, dann zwei Wochen später ist mir eine Flasche Wasser durch mein neues Mäc Book gelaufen und hat einen Totalschaden verursacht. Timemaschine hat meine Daten gerettet aber ich habe im Moment keinen Zugriff darauf. Zu guter Letzt habe ich mich von Pratab getrennt meinem wunderbaren nepalischen Freund, aber leider hat dieser große kulturelle Unterschied und keine Kommunikation da er kaum Englisch spricht nicht funktion. Seit der Trennung geht es mir sehr viel besser.

Als ich von der zweiten Kailash Runde nach Hause kam sah ich das Ronnie der Schäferhund eine Kiwigroße offene Wunde an seiner eh sehr schwachen Hüfte hatte. Meinem Schreckensschrei folgend kam Amala auf dem Haus und kurz darauf der Tierarzt. Er meinte die Wunde sei voller Maden was ich mir echt nicht vorstellen konnte und am nächsten Tag müsse er operieren. Am nächsten morgen, nachdem ich die Gruppe am Flughafen verabschiedet hatte wurde Ronnie unter Vollnarkose gesetzt, auf den Gartentisch gelegt und der Arzt fragte mich ob ich Ihm wohl bei der Arbeit helfen und mit der Taschenlampe die Wunde ausleuchten könne - schluck - ja es waren ca. 60 Maden tief im Fleisch. Jetzt wird er für ein paar Tage verwöhnt und erholt sich, aber ob er noch lebt wenn ich wiederkomme weiss ich nicht, ich wünsche es mir sehr.  Alles in allem war es eine ehr herbe Zeit und ein Trost war es mich nachmittags um 5 in meinem Atelier zu verbunkern und bis in die frühen Morgenstunden Aquarelle zu malen. Auch für eine schöne Abschiedsparty hat die Zeit noch gereicht, ich lade 3 Nepalis ein und 10 kommen, auch Stefan brachte nicht nur 5 seiner Jungs mit sondern 12. Amala hatte Momos gemacht und gekocht. Die Hütte war voll. Als alle weg waren holte Amala noch eine verborgene Flasche Brandy aus Tashis Geheimfach hervor. Das kommt gut wenn man 4 Wochen nichts getrunken hat. Bei aller Unbill, so und genau soo liebe ich das Leben.

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Das Hyatt und die Tibeter

Auf der Suche nach neuen Lokations für unsere Gäste zeigte ein Bekannter mir das imposante 5 Sterne Hyatt Hotel, drei Minuten von der Boudha Stupa entfernt mit Parkanlage und Pool in dessen Liegen sich ein Grüppchen Tibetischer Mönche in der Sonne räkelte und genüsslich Erdbeereis mit Schokosauce verspeiste. Ich hab es Ihnen gleich getan, ab und zu ein 5 Sterne Gefühl ist schon toll. Abends am Büffet traf ich Sie wieder.

Die Tibeter sind eine der finanziellen Oberschichten der Stadt (oder die Inder).

Das sorgt langsam bei den etwas wohlhabender werdenden Nepalis für Unmut. Grundstückspreise steigen und die besten Plätze in dem immer voller werdenden Valley haben oft die tibetischen Klöster inne. Auch wenn die meisten Tibeter mittlerweile in Nepal geboren sind und einen nepalischen Pass haben und auch viele Nepalis Mönche sind, ist es ein Exilvolk. Dennoch stehen die Klöster auf großen Geländen und sind offensichtlich reich. Tibeter sind stolz, erdig, gut im Umgang mit Geld und haben mit dem tibetischen Buddhismus eine überzeugende Religion von großer Weisheit und Tiefe.

Auf dem Frühjahrsretreat von Tenga Rimpoche traf ich einen Deutschen der von seinen Eltern 6 Häuser auf dem Land geerbt hat. Ohne Frau und Kinder überschrieb er die Häuser auf Tenga Rimpoche, er bleibt nun lebenslang Verwalter. Wir Westler lieben die Tibeter und Ihre Lehren und sind so sehr bereit zu geben.

Nun hat vor ca. einem Monat die chinesiche Armee etliche Millionen Rupien der nepalischen Armee zugesagt um „die Tibetfrage zu beruhigen“, was bedeutet das Flüchtlinge an den Grenze zurückgesendet werden sollen. Politische Free Tibet Demonstrationen schaden der Tibet Frage in Kathmandu und überall auf der Welt mehr als das Sie nützen. Die nepalische Regierung sieht das gar nicht gerne und am besten man verhält sich diesbezüglich politisch still.

 

Nächste Woche geht’s zum Kailash danach melde ich mich wieder

Ich grüße euch von Herzen, eure Minka

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Streik

 

 

Gestern kam jemand vom Volkszählungsbüro und konnte kaum glauben das ich alleine in dem Haus wohne, normalerweise wohnen ca. 40 Personen in so einem Haus. Alle leben hier im Rudel oder Schwarm. Lernt man Nepalis kennen, was recht leicht ist dann hat das eine Kettenreaktion nach dem Muster: Darf ich dir die Frau des Onkel meines Neffen zweiten Grades vorstellen? Und dies ist die Schwägerin der Tante meines Cousins. Geschwister sind zahlreich, Netzwerken normal. Jeder hat ein Handy, alle sind in Facebook, Nachbarschaft und Freundeskreis sind riesig. Streikankündigungen sprechen sich im Lauffeuer rum. Alles funktioniert über Netzwerk und das jeder jedem hilft wenn es Not tut gibt allen Sicherheit und Geborgenheit.

Omas sitzen an der Hausmauer und ab und zu kommt ein Kind in den Arm gehuscht. Vereinzelung gibt es nicht.

Auf diese Weise entstehen die Bhandas, das sind Streiks die sich jetzt vor dem Ablauf der Jahresfrist der Verfassungsgründung bilden und in einem generellen Fahrverbot für alle Fahrzeuge bestehen. So macht z.B. eine Minderheit auf Ihre Rechte aufmerksam.

Jeder der an diesen Tagen fährt riskiert eingeschlagene Scheiben oder ein brennendes Fahrzeug. Touristen Fahrzeuge sind erlaubt. Da zur Zeit jeder dritte Tag Bhanda ist, wirkt die Stadt recht friedlich, alle bleiben zu Hause. Die Politiker interessiert das wohl kaum, werden Sie doch von der UN als friedensstiftende Maßnahme Sitzungsorientiert bezahlt anstatt Ergebnis orientiert. D.h. je länger es keine Verfassung gibt, um so mehr verdienen die Politiker (meist Bramanen) die sich die Zeit mit Streit vertreiben welcher Neffe denn nun welchen Posten kriegt.

Die Presse ist frei, frech, klug, kritisch und wirkungslos.

 

Entwicklungshilfe

 

scheitert sowohl an den nepalischen Behörden als auch an der Fehlplanung der helfenden Länder.

Ein erfundenes Beispiel: Das Kanton Bern hat Gelder um einen nepalischen Hydropower Ingenieurs anzustellen (der Strom kommt hier von Wasserkraftwerken).

Das Gehalt ist auf 5000 Schweizer Franken festgesetzt. Dazu muß hier ein anderer Schweizer eine NOG (Non Government Organisation) gründen. Ein angemessenes Honorar sind aber nur 500 SF, also könnten 10 Hydropower Ingenieure eingestellt werden.

Das Kanton Bern besteht jedoch darauf dass nur einer eingestellt wird für 5000 SF. Also bezahlt der NGO Mann dem Ingenieur 500 SF plus 50 SF dafür das er den Erhalt von 5000 SF quittiert. 4450 SF gehen in die Tasche der Organisation, der nun das Problem hat so viel Geld hier auszugeben.

 

Bildung

 

ist sehr populär, die Maoisten haben es geschafft das Privatschulen bezahlbar sind und alle schicken Ihre Kinder zur Schule (es sei denn tief in den Remotet Aereas wo die Schule vier Täler weiter ist). Dafür sparen Sie sich meist die Butter vom Brot.

So gibt es einen starken Bildungssprung, Mädels und Jungs lernen gleichberechtigt und alle bis ca. 30 Jahren haben ein gutes Englisch und gute Bildung, Abi ist normal.

Ältere, vor allem Frauen können weder lesen noch schreiben. Mit der Bildung hält auch die Gleichberechtigung Einzug, in der Zeitung stand dass die Scheidungsrate drastisch steige und zu 80 % von Frauen eingereicht wird.

Aber was machen dann diese vielen gut Ausgebildeten Menschen, heiraten und Kinder kriegen?

 

Magie

Gestern Nachmittag, ca. 17 Uhr also die Stunde wo in den 450 Klöstern der Stadt die Abendpujas laufen sah ich, wie aus drei friedlichen fetten Vormonsun Wolken mitten über dem Tal plötzlich in einem langsamen Wirbel sich eine riesige Wolkensäule erhob und sich gemächlich einmal um die eigene Achse drehte. Dabei hatte Sie zuerst die Form eines Menschen der zwei Kinder in Schoßhöhe umfängt, dann eine vollbusige Dakini, ein Pferdekopt, ein Widderkopf und kam als Thron zum Stillstand mit Arm- und Rückenlehnen, der Tron der Götter. Ein imposantes Natur Schauspiel das die Lamas mit Ihren Trommeln und Zimbeln auslösen, wie der indische Flötenspieler mit der Kobra.

Dann schaue ich voll Ehrfurcht in den windigen Himmel und bete und ein Schwall von Dankbarkeit entströmt meinem Herzen.

 

Das Hyatt und die Tibeter

 

Auf der Suche nach neuen Lokations für unsere Gäste zeigte ein Bekannter mir das imposante 5 Sterne Hyatt Hotel, drei Minuten von der Boudha Stupa entfernt mit Parkanlage und Pool in dessen Liegen sich ein Grüppchen Tibetischer Mönche in der Sonne räkelte und genüsslich Erdbeereis mit Schokosauce verspeiste. Ich hab es Ihnen gleich getan, ab und zu ein 5 Sterne Gefühl ist schon toll. Abends am Büffet traf ich Sie wieder.

Die Tibeter sind eine der finanziellen Oberschichten der Stadt (oder die Inder).

Das sorgt langsam bei den etwas wohlhabender werdenden Nepalis für Unmut. Grundstückspreise steigen und die besten Plätze in dem immer voller werdenden Valley haben oft die tibetischen Klöster inne. Auch wenn die meisten Tibeter mittlerweile in Nepal geboren sind und einen nepalischen Pass haben und auch viele Nepalis Mönche sind, ist es ein Exilvolk. Dennoch stehen die Klöster auf großen Geländen und sind offensichtlich reich. Tibeter sind stolz, erdig, gut im Umgang mit Geld und haben mit dem tibetischen Buddhismus eine überzeugende Religion von großer Weisheit und Tiefe.

Auf dem Frühjahrsretreat von Tenga Rimpoche traf ich einen Deutschen der von seinen Eltern 6 Häuser auf dem Land geerbt hat. Ohne Frau und Kinder überschrieb er die Häuser auf Tenga Rimpoche, er bleibt nun lebenslang Verwalter. Wir Westler lieben die Tibeter und Ihre Lehren und sind so sehr bereit zu geben.

Nun hat vor ca. einem Monat die chinesiche Armee etliche Millionen Rupien der nepalischen Armee zugesagt um „die Tibetfrage zu beruhigen“, was bedeutet das Flüchtlinge an den Grenze zurückgesendet werden sollen. Politische Free Tibet Demonstrationen schaden der Tibet Frage in Kathmandu und überall auf der Welt mehr als das Sie nützen. Die nepalische Regierung sieht das gar nicht gerne und am besten man verhält sich diesbezüglich politisch still.

 

Nächste Woche geht’s zum Kailash danach melde ich mich wieder

Ich grüße euch von Herzen, eure Minka

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Das Leben in Kathmandu



Liebe Freunde,
Es ist kurz nach Ostern und ich weiß das bei euch zu Hause die Magnolien und der Rododendron blüht.
Hier in Kathmandu lebe ich mich ein. In "meinem" Haus gibt es mal stille und mal bewegte Tage, Sie kommen und gehen.
Sehr stark spüre ich meinen rastlosen Geist der Dinge bewegen möchte, doch hier geschehen die Dinge wenn es an der Zeit ist.
Ich lerne darauf zu vertrauen das sich die Sachen zur rechten Zeit einstellen, das entspannt.

Ich habe so etwas wie eine Tochter, Sapana, die Tochter unseres Kochs, deren Mutter einen neuen Mann hat und weggezogen ist.
Sie hat Ferien und hatte sich für eine Weile bei mir eingenistet.
Fasziniert beobachte ich wie das junge Mädchen sich ganz natürlich in den weiblichen Rhythmus fügt und für die Dauer Ihrer Tage still im Haus bleibt
(so wie es die Yogis empfehlen, jedoch nicht dem westlichen Lebensstil entspricht),
am 4 Tag wird geduscht und dann gehts wieder ins Leben. DIe Nepalis sind ein Naturvolk.
Morgens und abends wird der Tag mit Glöckchen, Wasser- und Lichtopfer vor dem kleinen Hausaltar ein und ausgeläutet.
Das Leben ist unspektakulär und langsam.

Täglich bin ich an der Swoyambu Stupa, gehe entweder zum Training die Treppen rauf und runter oder verweile einfach auf halbem Weg und mache Zeichnungen.
Oder ich umrunde Sie morgens um 5 Uhr zusammen mit Amala, meiner tibetischen Vermieterin in einem trabendem Strom von Mantra murmelnden Tibetern.
Diese Stupa, an deren Hängen tausende von Affen leben und die zum Weltkultur Erbe gehört symbolisiert u.a. das Mandala der Dhyani Buddhas und ich spüre Ihre Regenbogenfarbene Strahlkraft. Das berührt mich tief und erfüllt mich mit Dankbarkeit hier zu sein.

Es gibt wenig Benzin und das ist auch noch recht teuer. Gestern bin ich an einer endlos langen Moped Schlange vorbeigekommen. Sie warten 5 Stunden und bekommen 5 Liter pro Fahrzeug. Das führt dazu das man sich in dieser Stadt nicht so viel bewegt sondern im Viertel bleibt. Langsam denken die Nepalis übers Fahrrad fahren nach, aber die Räder die es hier zu kaufen gibt sind schlecht. Es wäre super mein schönes Fahrrad aus Deutschland mitzubringen, allerdings würde es wahrscheinlich bald geklaut sein.

Als mir klar wurde wie hoch die Erdbeben Gefahr in Kathmandu ist habe ich mich schlau gemacht und bin für ein paar Tage mit "Erdbeben Augen" rumgelaufen, was würde ich tun wenn es jetzt käme, wohin flüchte ich und wie verhalte ich mich? Sollte es eines Tages kommen hätte kaum einer eine Chance. Die Häuser haben keine sichere Statik,
sind auf Seeschlamm gebaut und viel zu wenig Zement in der Mischung, die Nepalis sind nicht informiert und es interessiert Sie auch nicht.
Mögen die Götter geben das es an Dashain passiert, einem Fest wo jeder in seinem Dorf ist und die Stadt wie leergefegt.

Diese reale Bedrohung machen die 4 edlen Gedanken für mich sehr konkret und dringlich:
Die Kostbarkeit der menschlichen Existenz und
die Gewissheit von Vergänglichkeit und Tod,
die Bedrängnisse in Samsara (dem Kreislauf der Wiedergeburten) und
das Karmische Gesetz.

Mein Atelier füllt sich mit kleinen Zeichnungen und Aquarellen in die ich voll Hingabe abtauche.
Auch ist mir das stille sitzen ein tiefes Bedürfnis. Ich fühle mich noch nicht so klar in meiner Ausrichtung. Ich lerne Menschen kennen und vernetze mich.

Ende Mai wird es politisch spannend, dann ist das dritte Jahr abgelaufen und die Regierung, von der UN hochbezahlt, sollte bis dahin die Verfassung geschrieben haben, hat Sie aber nicht. Es ist keine Bewegung im politischen Gefüge außer das die ursprünglich 5 Parteien sich mittlerweile in 10 Parteien gesplittet haben und gegeneinander stehen. Der UN wird dann vermutlich ein weiteres Jahr Verfassungsgründung finanzieren müssen, in dem wieder nichts geschehen wird. Die hochrangigen Parteimitglieder sind überaltert (meist über 65), junge Leute stehen in den Startlöchern, kommen aber nicht ran. Aber ich glaube nicht das es noch mal einen Bürgerkrieg geben wird, zu schlimm war der letzte Bürgerkrieg. Es gibt wenig Arbeit für die Nepalis, die meisten arbeiten in den Arabischen Emiraten oder den anderen reichen asiatischen Staaten, qualifizierte Leute sind daher hier schwer zu finden.
In den Dörfern bleiben die Alten, Kinder und Frauen zurück.
Viele junge Menschen leben in dieser Stadt die bei weitem nicht ausgelastet oder gefordert sind.

Obwohl 2011 das Tourismus Jahr ist kann ich nicht sehen das der Staat etwas dafür getan hat. Ein paar Plakate, hier und da ein Konzert, das wars.
Ich lebe sehr nepalisch. Ich benutze die öffentlichen Verkehrsmittel, das sind kleine Busse, wie Sprinter in denen 20 Leute sitzen. Man darf kein Kontaktproblem haben wenn man so unterwegs ist. Ich koche und kenne nun auch  die Läden für Jogurt, die Märkte für frischen Salat und wie immer, Reis und Linsen.
Ich lebe gesund, Bier und Wein sind recht teuer, die Kippen schlecht. So reduziert sich alles automatisch.
Es gibt hier kaum Supermärkte oder große Geschäfte, dafür viele viele kleine Shops. Jeder vierte Shop ist ist eine Schreinerei in der Sie Möbel bauen.
In diesen Läden gibt es alles, ich frage mich durch und entdecke.
Hier an der Westflanke der Stadt weht oft ein Wind den Smog hinweg und es gibt glasklare Tage an denen die Berge in scharfen Konturen den Talkessel markieren. Gebetsfahnen prasseln im Wind. Seit drei Tagen sind die Mücken da.
Jetzt kommt der deutsch-nepalische Psychotherapeuten und Ärztekongress, ich bin zur Abschlussparty eingeladen :-)









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Langtang, Gosainkunda und ein Regenbogenkörper

Gosainkunda
Gosainkunda

Das Langtang Massiv ist rauer als das Annapurna Massiv, ehr männlich herb als lieblich, obwohl an den Hängen ebenfalls der Rodhodendron blüht, wenn auch an manchen Stellen wegen der Trockenheit nur spärlich.

Normal, das es im Hochgebirge ständig auf und ab geht, über viele Felsen und Steinstufen, dennoch ist es in den ersten Tagen anstrengend, später hat sich der Körper daran gewöhnt. Ich gehe mit Stöcken, das Training was sich dadurch ergibt ist wunderbar für den Rücken.

Die Nächte sind frisch bis kalt, die Sigg Flasche mit heißem Wasser dient als Wärmflasche in dem harten Bett der einfachen Lodge. Je höher man kommt um so schlichter werden die Unterkünfte, findet man in den ersten Tagen noch eine Kleiderhaken Leiste an der Wand so ist es später höchstens ein Nagel.

Die erhabene Macht der hohen Massive, die große Weite und die Stille die einen umgibt berührt mich immer wieder und dringt bis in jede Zelle

Mir steht keine nennenswerte Kraft zur Verfügung, ehr normal. Wittern meine Zellen jedoch den Gipfel dann schaltet etwas in mir einen Gang runter und nimmt Anlauf.

Dann gehe ich zügig hoch und hänge alle ab. Mit einem konstanten Puls bei ca. 160 bleibe ich am Limit meiner Atemkraft und genau diesen Grenzgang möchte ich haben. Diesmal geschah etwas Starkes ( ich weiß man soll nicht über Siddhis reden oder sich mit Ihnen brüsten, aber das muß ich euch erzählen). Bei diesem konstanten schnellen Aufstieg legten sich alle meine Kanäle frei und nur noch diese waren vorhanden: der Zentralkanal, Lenker und Dienergefäß, die geschlechtlichen Seitenkanäle Ida und Pingala und am stärksten vibrierte das Gürtelgefäß. Die Kanäle wurden mit Licht durchschlossen und strahlten in den Regenbogenfarben.

Selten habe ich ein so starkes Erleben gehabt, die Känale genau so wie sie immer beschrieben werden und ein Körper aus Regenbogen Licht.

Als ich am Pass ankam ( die anderen waren weit hinter mir) bin ich heulend vor Dankbarkeit und Ehrfurcht niedergesunken und jeder Nervenstrom in meinem System wusste das die ganzen Lehren der Buddhisten, Yogis, Tantriker und Daoisten wahr sind – Es wußte.

Direkt hinter dem Pass liegen die heiligen Seen, an diesem Ort soll Lord Shiva seinen Dreizack in die Erde geschossen haben. Wir kamen an einen gefrorenen Wasserfall an dessen Rückwand verborgen in großer Lingam aus Eis erstrahlte und direkt in der Felsritze daneben blühte eine Primel. Der weiße und der Schwarze See waren beide noch zugefroren der Blutssee etwas tiefer glühte rot und der See der Eingeweide in einem türkis grün mit Schlamm. An dem obersten See lebt seit drei Jahren ein Sadhu. Es gibt viele shivaitische Sadhus hier in Indien und Nepal und die wenigsten sind „echt“. Dieser war echt. Er sitzt seit drei Jahren in der Kälte am Wasser, die Füße in Lappen gewickelt und rezitiert. Da er gut Englisch sprach musste ich Ihn sagen das erfrorene Füße kein Erleuchtungsmerkmal sind.

Er nickte und segnete mich, dann kauft ich ihm ein fettes Omlett. Gosainkunda, so heißt dieser Ort mit den Seen direkt hinter dem Pass und hat mich tief beeindruckt. Es gibt einen weißen See, einen Schwarzen, einen Blutssee, einen Eingeweide See und einen für die Göttin Parvati. Viele weitere kleine Seen liegen in den unteren Tälern.In atemberaubender Schönheit ging über zwei Tage der Weg wieder bergab.

Fast unten angekommen strömten uns Scharen von Hinduistischen Pilgern aus dem Kathmandu Tal entgegen die auf dem Weg zum obersten See waren. Um diesen steilen Aufstieg habe ich Sie nicht beneidet. Unten in Dunche (2900m) geht dann der Weg weiter ins eigentliche Langtang Massiv. Ich überlegte kurz, merkte dann aber das ich zu erschöpft war um noch mal 6 Tage solcher Strapazen dranzuhängen.

Jetzt bin ich wieder in Kathmandu, Milane und Adler kreisen in der milchigen Abendluft.

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Die ersten Tage in Kathmandu

Also, Kathmandu ist 4,5 Stunden später als Düsseldorf, ich hab in meinem Ipod eine Weltuhr. Hier ist es  20 Uhr und bei euch 15.30 Uhr.
Aber es ist egal wann Ihr mir schreibt, hier wird die Zeit nach dem Strom diktiert und der wird bis Mai immer weniger. Man sagt das es im April nur 3 Std. Strom gibt am Tag.

Zur Zeit bin ich noch im Hotel Vajra, da gibt es einen Generator und das verlängert die Zeit. Ohne Strom auch kein Internet. Wenn ich in 3 Tagen in der Wohnung nebenan bin, die ich gestern gestrichen und heute geschrubbt habe wird es knapper mit Strom.

Mal gucken wie das geht, jeden Abend das Essen mit der Taschenlampe kochen ist mühsam. Wahrscheinlich am besten ist es tagsüber zu kochen auf Vorrat.
Es gibt auch einen Kühlschrank aber da das Haus keinen Generator hat weiß ich noch nicht ob der rund läuft.
Ich gönne es mir am Anfang ein wenig komfortabel (für meinen bescheidenen Maßstab), hier im Hotel kenne ich alle und sitze morgens um 5.30 mit dem Restaurantstuff an der Bar und schlürfe den frischgebrühten Kaffee das wir gerade hier modern. Nepal baut Kaffee an und der ist sehr gut.
Mir fehlen meine Freunde und Kontakte, deshalb halte ich mich hier am gewohnten Hotel

fest, das tut gut.
Das Leben wird hier von sehr rudimentären Bedingungen strukturiert, irgendwie mag ich das, auch wenn es alles umständlicher macht.
Die ganze Situation in Kathmandu wie z.B. der Strommangel, oder die fast ins Unerträgliche wachsenden Müllberge an den Ufern des Bagmati River, die ständig kokeln, oder der tagsüber fast nur noch stehende Verkehr führen keineswegs dazu das sich etwas ändert. Dieses Land ist so langsam.
Es könnte so viel Strom geben bei den Wassermengen die der Himalaya ausschüttet, das würde für Indien und China mit ausreichen, aber keiner tut was.
Die Nepalis fürchten von Ausländischen Investoren abgezockt zu werden und blocken jede Bemühung, die eh nur sehr spärlich sind,
da keiner in ein Land investiert das keine Regierung hat, keine stabilen Gesetze und keinen Staatshaushalt.
Einige indische Investoren und reiche Nepalis bauen nun sehr moderne Häuser "western Style" mit Swimmingpool und so und das in einer Stadt die akuten Wassermangel hat, wo das Trinkwasser mit Tanklastern angefahren wird. Erdbebensicher sind diese Häuser keineswegs und auch nicht aus angemessenen Baumaterialien, die Presse regt sich auf.
Jedoch hat die provisorische Regierung einen Hilfsfond für Japan eingerichtet, aus welchen Töpfen ist schleierhaft.
Aus den mails meiner Freunde und Sangha in Deutschland entnehme ich die große Betroffenheit und Angst um Japan und den möglicherweise bevorstehenden Atom Supergau. Hier ist von Betroffenheit und Anteilnahme vergleichsweise wenig zu spüren, jeder wuselt in seinem Geschäft. Vielleicht weil hier große Katastrophen viel normaler sind, oder einfach mangelndes globales Bewußtsein, Umweltbewußtsein, mangelnde Verantwortung für diesen Planeten auf jeden Fall.
Das Zeug mit dem ich heute mein neues Bad desinfiziert habe kommt aus Indien, war tiefblau und mit Sicherheit so giftig das das in Deutschland verboten wäre. Ich hab die ganze Pulle verbraten.
Wir sind in Deutschland auf einem so hohen Niveau an Bewußtheit, Verantwortlichkeit und Reflexion, wir wissen das gar nicht zu schätzen und scheinen auch irgendwie am Ende dieser Leiter angelangt.
Kaum ein Nepali hat je sein Land verlassen, die Mentalität ist recht einfach, fast pubertär. Es gibt keine Kultur des lesens, befremdet schauen Sie auf meinen wachsenden Bücherstapel. Nur für die junge Generation ist lesen und englisch normal, der Unterschied ist riesig zu den Menschen meines Alters erst recht bei den Frauen. Dennoch sind sie so liebenswürdig, viel weicher, stiller und feiner als die penetranten Inder.
Es wird wohl noch Generationen brauchen bis Nepal auf dem Stand von Deutschland ist und im Moment interessiert sie hauptsächlich der Wohlstand, in China und Indien dürfte das nicht anders sein - ob das der richtige Weg ist der die Menschen zu ihrer wahren Natur führt?

Ich bin mit eingewöhnen beschäftigt, so viele alltägliche Gewohnheiten die sich hier ändern, das stellt die Frage "Wer bin ich" auf eine ganz andere Weise.
Ich fühle mich irritiert, einsam und zerbrechlich und ich finde das nicht schlimm. Auch bin ich noch orientierungslos bezüglich dem was ich hier will oder soll,
aber auch das macht nichts. Wie gut das ich mich schon seit Jahren an die Wirklichkeit der substantiellen Unsicherheit und Bodenlosigkeit allen Seins gewöhnt habe, das trägt jetzt. Immerhin, der Rahmen steht ja: Ich habe einen Job, der mir einen anderen Rhythmus auferlegt, dort waren es die täglichen Kurse, hier die Reiseleitungen mit viel freier Zeit dazwischen.
Auch die Frage "Was brauche ich eigentlich" bringt täglich neue abgespeckte Antworten. Dachte ich vor einem halben Jahr noch eine Badewanne zu brauchen, bin ich nun froh überhaupt eine Dusche mit gelegentlich warmen Wasser zu haben und zwei Schüsseln für die Handwäsche. Auch brauche ich einen sauberen Teppich und Boden für die Yoga und Meditationpraxis. Leider specke ich auch meine ästhetischen Ansprüche ab, ich finde den hier üblichen Gelsenkirchener Barock immer noch häßlich, bin aber froh überhaupt einen Schrank zu haben.  
Ich bin froh wenn ich morgens nach dem Kaffee ( dann ich die Luft noch recht sauber ) drei mal zur Stupa rauf und runter laufen kann, und ich habe meinen Ausdauersport.
Das nächste Projekt ist die Sprache lernen, das nimmt mir das Gefühl der Enge und Unbeweglichkeit. Hier sprechen fast alle englisch, aber wenn ich wo anders hinziehe weil ich ein Häuschen suche wo ich dann keinen kenne, dann brauche ich Nepali und etwas Tibetisch, auch das einkaufen und viele Kleinigkeiten wären leichter.  
Ich bin so dankbar das der Rechner funktioniert und das Internet, es tut so gut zu schreiben.
Auch bin ich dankbar für die ganze innere Arbeit der letten Jahre, die tiefe Akupunkturbehandlung,auch die ganzen Familienstellungen, inneres Kind und so, ich fühle mich frei von Altlasten. Egal wer ich bin, ich treibe weiter in den Fluten des bedingten Entstehens, manchmal im Gewahrsein der Verbundenheit was (angesichts Japans) nicht immer nett ist.

Es ist Nacht, die Hunde bellen.

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Die letzten 3 Tage vor Abflug

 

Meine Schwester Annette kommt um mir zu helfen, die stark benutzte Wohnung in den Zustand einer angenehmen Neutralität zur Untervermietung zu versetzen. Khema mein Hund ist läufig, haart wie Harry und hat sich ein totes Kaninchen ins Fell gescheuert. Ihre Spuren sind überall. Während Annette sich auf die Böden und Fenster stürzt widme ich mich der Sortierung meiner Lehr- und Studien Skripte,

was geht mit nach Nepal und was bleibt vorerst in Düsseldorf.

Vodafone ärgert mich, die wollen mich nicht aus dem Vertrag rauslassen. Wenn es so schwierig wäre da rein zu kommen wie raus, wäre Vodafone pleite und das wäre auch nicht verkehrt. Schnell in Köln 4 Speditionskisten besorgen und der letzte Schuhkauf bei Globetrotter. Einige Möbel zur Schwägerin fahren und die Flipchart zu Yamuna dabei eben noch einen kleinen Autounfall gebaut mit dem Auto das bereits verkauft ist. Die letzten Besorgungen in der Apotheke und schnell noch eine Cholera Impfung – puhh jetzt bin ich Impfmüde. In 2 Monaten Hepatitis, Tollwut, Polio, Cholera – es reicht. Bei Brigitte die Postvollmacht vorbeibringen und den Nachsendeantrag abgeben, bei der Bank auf online Banking umstellen und den elektronischen Kontoauszug einschalten.

Die Wohnung ist ein Chaos das systematisch gesäubert wird, der Speicher dagegen immer sortierter, da hier alles reingestopft wird was nicht in der neutralen Wohnung sein soll. Mit Verena an der Zulassungsstelle treffen und das Auto übergeben, Christoph kommt mit dem Untermietvertrag und nimmt die Schlüssel, Salim begleicht noch alte Schulden so das dass Portmonaie voll ist, Khema bei Tasso, dem Ordnungsamt und der Versicherung auf Emilie überschreiben, die Waschmaschine läuft ununterbrochen, alle Hundedecken, Matratzenschoner und anderes will noch trocknen, die Wohnung bei den Stadtwerken ummelden, die Aufgaben an wunderbare Freunde verteilen und alle vernetzen, dann das packen dieser großen Kisten. Als Stopfmaterial dienen die Yogamatten und Blöcke, ob der Drucker heile in Kathmandu ankommt? Hab ich zu allen elektronischen Geräten die Gebrauchsanweisung dabei? 3 externe Festplatten, ein Ipod, Rechner, Drucker, Kameras, USB Sticks, Handy usw. Wie blöd das ich in ein Land ziehe in dem es kaum Strom gibt, eigentlich brauche ich auch die dreifach Stecker nicht. Josef kommt vorbei und bringt noch einen eingelagerten Tisch, Rudolf kommt vorbei und holt den anderen Tisch ab, Martina bringt als Geschenk für Nepal Kresse Samen vorbei, beim Japaner Algen und Miso kaufen und die letzte Beratung beim Frisör wie ich mir die Haare selber schneide und färbe. Morgens in einem Rutsch die drei Kisten gepackt die per Air Cargo nach Kathmandu fliegen und in drei Wochen dort ankommen sollen, da ich zuerst mit einer Gruppe in Indien bin und dann von Delhi aus nach Kathmandu fliege. Immer wieder Telefonate mit der Spedition was darf mit und was nicht. 100 kg sind jetzt unterwegs. Bin halt ein Stierchen und liebe meinen Hausrat, auch wenn es lästig ist. Ich habe keine Zeit zu wissen wie es mir geht, keine Zeit für Freude oder Trauer, nur abarbeiten. Schnell noch den Steuerabschluss von 2010 und die Rentenversicherung will auch noch was von mir. Ausgerechnet jetzt fragt mich die blöde GEZ warum ich keine Glotze habe.

Ach ja, ich leite gleich eine Gruppe, was muss ich eigentlich für Indien mitnehmen? Mein Bruder, der sonst nie in Düsseldorf auftaucht lädt uns zum Japaner zum essen ein. Auf den letzten Seiten gehen dem Drucker die Patronen aus und das Ticket ist noch nicht gedruckt, auch nicht der Reiseplan für die Indien Reise.

Zur Zeit habe ich zwei Pässe und ich habe gehofft auf diese Weise zwei mal ein Touristenvisum zu je 5 Monaten für Nepal zu bekommen, dann wäre ich vorerst fein raus gewesen. Der vorläufige Pass ist aber nicht mehr lange genug gültig und so werde ich die Visumsfrage die ein ständiges Thema bei den Menschen ist die dort leben schon im Herbst am Bein haben. Nun ja, vielleicht kennt der nepalische Konsul da einen Weg.

Abflug auf die letzte Minute, in Delhi angekommen (ich bin einen Tag vor der Gruppe da) 20 Stunden schlafen und heulen im Wechsel. Jetzt zwei Tage später in Varanasi, bei angenehmen 25 Grad ist alles gut.

Ohne die Hilfe meiner wunderbaren Schwester hätte ich das alles nicht geschafft. Die Hilfe, Unterstützung und Anteilnahme meiner wunderbaren Freunde gaben mir das Gefühl von Geborgenheit, Schutz, Halt und Verbundenheit – dafür danke ich euch allen sehr!

 

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Deutschland

Die Blüten des Wohlstandes

 

 

 

Asien schult meine Sinne, Respekt und Wertschätzung für Deutschland.

Wir haben auf allen Ebenen von allen Dingen reichhaltigste Auswahl zur Verfügung

in der weltweit fast höchsten Ladendichte.

Jedes Produkt ist in allen Marken und Preisklassen nur eine Station oder Mausklick entfernt.

Wir finden Essen aus allen Ländern in allen Innenstädten.

Die Blüten des Wohlstandes: Umwelt- und Gesundheitsbewußtsein.

Im Smog Moloch Delhi läßt sich via Internet Radio die Feinstaubdebatte verfolgen.

Der Rhein hat ca. 30 km hinter Bayaer Leverkusen fast Trinkwasser Qualität und kommt kochend durch den Durchlauferhitzer in die Spüle. Die Wälder duften in jeder Jahreszeit.

 

Die Demokratie ist ausgereift, politische Freiheit und Sozialsystem vorhanden.

Es gibt gute Schulbildung vom Staat bezahlt und auch Studieren ist für die meisten möglich.

 

Wir haben Recht und Gesetz und wohlbezahlte Angestellte des öffentlichen Dienstes, so das Korruption nicht üblich ist. Das Internet ist schnell, der Verkehr wohl gelenkt, nur bei der Bahn bekommt man manchmal asiatische Gefühle.Wir sind stabil und reich auf vielen Ebenen. 

Ich liebe das gute alte Deutschland

 

 

 

 

 

Der Mensch ist ein Gewohnheits Tier

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier
Unsere Gewohnheiten sind uns lieb und teuer. Sie strukturieren das Leben und geben Sicherheit. Sie machen das Leben überschaubar und geben uns Orientierung in der komplexen Welt. Unsere Gewohnheiten spuren die Eindrücke die wir in diesem Leben sammeln. So hilfreich Sie auch sind, so sehr können Sie uns auch einengen und verfestigen. Wer einmal versucht hat eine feste Gewohnheit zu ändern weiss wie sehr Sie in unserem Leben verankert sind. Selbst mein Hund ist irritiert wenn ich einen anderen Weg auf der Hunderunde nehme.
Spüre doch einmal deine Gewohnheiten auf und bemerke Sie als solche. Die Zeitung die du kaufst, die stets gleichen Produkte im Einkaufswagen, die Art und Weise wie du denkst und reagierst. Lege den Fokus dabei auf die Macht der Gewohnheit.
Ein Yogischer Ansatz ist nicht nur den Körper geschmeidig zu halten sondern auch das gewohnheitsmäßige Verhalten. Wie wäre es wenn du diese Woche immer wieder kleine Veränderungen in deinem Verhalten übst, einfach als Geschmeidigkeits Training für die Durchlässigkeit unserer Gewohnheiten.
Hab einen wundervollen Tag