Langtang, Gosainkunda und ein Regenbogenkörper

Gosainkunda
Gosainkunda

Das Langtang Massiv ist rauer als das Annapurna Massiv, ehr männlich herb als lieblich, obwohl an den Hängen ebenfalls der Rodhodendron blüht, wenn auch an manchen Stellen wegen der Trockenheit nur spärlich.

Normal, das es im Hochgebirge ständig auf und ab geht, über viele Felsen und Steinstufen, dennoch ist es in den ersten Tagen anstrengend, später hat sich der Körper daran gewöhnt. Ich gehe mit Stöcken, das Training was sich dadurch ergibt ist wunderbar für den Rücken.

Die Nächte sind frisch bis kalt, die Sigg Flasche mit heißem Wasser dient als Wärmflasche in dem harten Bett der einfachen Lodge. Je höher man kommt um so schlichter werden die Unterkünfte, findet man in den ersten Tagen noch eine Kleiderhaken Leiste an der Wand so ist es später höchstens ein Nagel.

Die erhabene Macht der hohen Massive, die große Weite und die Stille die einen umgibt berührt mich immer wieder und dringt bis in jede Zelle

Mir steht keine nennenswerte Kraft zur Verfügung, ehr normal. Wittern meine Zellen jedoch den Gipfel dann schaltet etwas in mir einen Gang runter und nimmt Anlauf.

Dann gehe ich zügig hoch und hänge alle ab. Mit einem konstanten Puls bei ca. 160 bleibe ich am Limit meiner Atemkraft und genau diesen Grenzgang möchte ich haben. Diesmal geschah etwas Starkes ( ich weiß man soll nicht über Siddhis reden oder sich mit Ihnen brüsten, aber das muß ich euch erzählen). Bei diesem konstanten schnellen Aufstieg legten sich alle meine Kanäle frei und nur noch diese waren vorhanden: der Zentralkanal, Lenker und Dienergefäß, die geschlechtlichen Seitenkanäle Ida und Pingala und am stärksten vibrierte das Gürtelgefäß. Die Kanäle wurden mit Licht durchschlossen und strahlten in den Regenbogenfarben.

Selten habe ich ein so starkes Erleben gehabt, die Känale genau so wie sie immer beschrieben werden und ein Körper aus Regenbogen Licht.

Als ich am Pass ankam ( die anderen waren weit hinter mir) bin ich heulend vor Dankbarkeit und Ehrfurcht niedergesunken und jeder Nervenstrom in meinem System wusste das die ganzen Lehren der Buddhisten, Yogis, Tantriker und Daoisten wahr sind – Es wußte.

Direkt hinter dem Pass liegen die heiligen Seen, an diesem Ort soll Lord Shiva seinen Dreizack in die Erde geschossen haben. Wir kamen an einen gefrorenen Wasserfall an dessen Rückwand verborgen in großer Lingam aus Eis erstrahlte und direkt in der Felsritze daneben blühte eine Primel. Der weiße und der Schwarze See waren beide noch zugefroren der Blutssee etwas tiefer glühte rot und der See der Eingeweide in einem türkis grün mit Schlamm. An dem obersten See lebt seit drei Jahren ein Sadhu. Es gibt viele shivaitische Sadhus hier in Indien und Nepal und die wenigsten sind „echt“. Dieser war echt. Er sitzt seit drei Jahren in der Kälte am Wasser, die Füße in Lappen gewickelt und rezitiert. Da er gut Englisch sprach musste ich Ihn sagen das erfrorene Füße kein Erleuchtungsmerkmal sind.

Er nickte und segnete mich, dann kauft ich ihm ein fettes Omlett. Gosainkunda, so heißt dieser Ort mit den Seen direkt hinter dem Pass und hat mich tief beeindruckt. Es gibt einen weißen See, einen Schwarzen, einen Blutssee, einen Eingeweide See und einen für die Göttin Parvati. Viele weitere kleine Seen liegen in den unteren Tälern.In atemberaubender Schönheit ging über zwei Tage der Weg wieder bergab.

Fast unten angekommen strömten uns Scharen von Hinduistischen Pilgern aus dem Kathmandu Tal entgegen die auf dem Weg zum obersten See waren. Um diesen steilen Aufstieg habe ich Sie nicht beneidet. Unten in Dunche (2900m) geht dann der Weg weiter ins eigentliche Langtang Massiv. Ich überlegte kurz, merkte dann aber das ich zu erschöpft war um noch mal 6 Tage solcher Strapazen dranzuhängen.

Jetzt bin ich wieder in Kathmandu, Milane und Adler kreisen in der milchigen Abendluft.

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